Freitag, 10. Juli 2009 22:11
Vorgestern war auf Basicthinking.de dieser interessante Artikel über die jüngsten Entwicklungen bezüglich Nutzerzahlen in sozialen Netzerken zu lesen. Dort habe ich mich auch zu einem Kommentar hinreißen lassen, da der Artikel sehr stark meiner eigenen Beobachtung entspricht. Der Kommentar lautete:
Für mich ist es ein deutliches Anzeichen dafür, dass die digitale Welt sich gerade in einem Umbruch befindet. Von Forrester wurde ja bereits eine Prognose aufgestellt, die für ca. Ende 2009 eine zunehmende “Vernetzung der Netzwerke” voraussagt.
Die zunehmende Frustration signalisiert diese anstehende Veränderung meiner Meinung nach sehr gut. Der nächste Schritt steht kurz bevor. Der Tenor “aktiv sein müssen” ist doch ein guter Indikator dafür, dass die Anbieter reagieren müssen. Einige Dienste bieten Aggretation ja auch schon rudimentär an (Yoono Firefox Addon z.B.)
Ich bin gespannt wie es weiter geht
Die Frage nach dem “warum?” finde ich sehr spannend, weshalb ich den Artikel an dieser Stelle nochmal aufgreifen und vertiefen möchte.
Vielleicht sollte man die aktuelle Phase als eine Art Nadelöhr sehen, durch die das Web 2.0 durch muss. Zu viele Dienste wollen den User mittlerweile mit Funktionen und Vernetzungsangeboten versorgen. Was fehlt ist aber eine Verbindung der Datensätze. Nur wenn sich hier grundlegend etwas tut gelingt auch die Integration der digitalen Spielwiese in die “echte” Welt. Viele kluge kleine Spezialdienste gehen ja momentan schon in diese Richtung. Hier wird die Sperrigkeit abgebaut zu Gunsten einer echten Erweiterung für den Alltag. An dieser Stelle nur ein Beispiel: Aka-Aki. Die Community für unterwegs sozusagen. Reale und digitale Welt werden charmant verbunden, die Trennung schmilzt auf ein Minimum.
Es wird zwangsläufig eine Art natürliche Auslese stattfinden, aus der die wirklich nutzbringenden Dienste gestärkt hervorgehen werden. Davon bin ich überzeugt. Dann befinden wir uns in der nächsten Runde und alles geht von vorne los. Das zunehmend verwaisende, vor zwei Jahren nochgehypte, MySpace ist ein klassischer Fall. Andere Anbieter bieten einfach mehr oder alles in einer Lösung, die Notwendigkeit für ein Profil dort reduziert sich auf ein Minimum.
Es läuft vielleicht auf eine Art “Universallogin” in die digitale Welt hinaus. Das ist ja nur eine logische Folge, da der aktuelle Zustand mehr als unbefriedigend ist (unzählige Einzellogins mit jeweils eigenen abgeschotteten Umgebungen). Wie die anderen Kommentare im Artikel ja erkennen lassen ist es kaum noch möglich auf allen Portalen aktiv zu sein. Es kostet eine nicht unerhebliche Zeit die Profile aktuell zu halten.
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich der Faktor des wirtschaftlichen Interesses. Am Ende des Tages sind alle vorhandenen Anbieter auch Wettbewerber und wollen Nutzer für sich exklusiv beanspruchen. Die Frage ist nur wo dieser Gedanke zum Nachteil für alle Beteiligten wird und man sich anders arangieren muss.
Der nächste Evolutionsschritt ist aber so oder so eine spannende Sache und ich freue mich auf Neuigkeiten jeder Art aus dieser Richtung.
