Meine erste Konferenz mit Adobe Connect – So macht Online-Bildung fast schon Spaß
Vorletzten Mittwoch war es für mich soweit. Im Rahmen der eVideo Online-Konferenz 2009 habe ich seit sehr langer Zeit (an das Mal davor kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr erinnern) bei einer Online-Vorlesung mitgemacht. Zunächst lag meine Motivation hauptsächlich im technischen Interesse, doch der Inhalt der Diskussion war in Nachhinein betrachtet um ein Vielfaches wertvoller. Dies ist aber eine andere Geschichte.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin überwältigt was für technische Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht wurden. Durch die mittlerweile stark angestiegenen Internetbandbreiten und die krassen softwareseitigen Fortschritte ist solch ein Event sehr gut durchführbar und auch optisch ansehnlich. Waren vor wenigen Jahren noch komplizierte technische Vorbereitungen nötig, loggt man sich heute ganz bequem über den Browser ein und es kann losgehen. Das Zauberwort dafür heißt “Adobe Connect” und bildet das Rückgrat einer solchen Sitzung.

Abgelaufen ist diese Online-Vorlesung folgendermaßen:
Wie im Screenshot oben zu sehen waren die Moderatoren per Video zugeschaltet. Die auf 40 begrenzten Teilnehmer tauchten links in der Liste auf. Die möglichen Interaktionskanäle (Mikro und/oder Video) der einzelnen Teilnehmer waren auch eingeblendet. Zentrales Element für alle während der eigentlichen “Vorlesung” (zu den Anführungszeichen gleich mehr) war der Chat. Dort konnten spontane Assoziationen, Fragen und Meinungen getauscht werden die von einem der Moderatoren gesammelt und am Ende diskutiert wurden. Ergänzend war parallel zu Adobe Connect eine Art Wiki online geschaltet, wo die zentralen Thesen der Sitzung in Form eines Leitfadens niedergeschrieben waren. Dort konnten sich ebenfalls alle Teilnehmer in schriftlicher Form einbringen und Antworten verfassen. In diesem Fall war es mit Etherpad realisiert.
Zurück zu den Anführungszeichen von weiter oben (“Vorlesung”).
Ich habe es deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil das Wort selbst den veralteten Gedanken des top-down Lernens impliziert. Der Lehrende trägt in diesem Fall ein vordefiniertes Spektrum an Informationen vor. Eine Dynamik ist nicht vorgesehen.
Die Teilnehmer haben im Wortsinn aber nichts “vorgelesen” bekommen sondern wurden aktiv zur Anteilnahme herausgefordert. Die Thesen im Etherpad wurden mit einer vielfachen Menge an Informationen ergänzt, die die Teilnehmer selbst beigesteuert haben. Die Sitzung bekam dadurch einen sehr dynamischen Charakter. Auf Fragen wurde direkt und ausführlich eingegangen und eine Diskussion eröffnet die vorher nicht geplant war. Der positive Eindruck kam bei mir zu großen Teilen dadurch zu Stande.
Dieses Modell entspricht auch meiner Überzeugung. Der aktuelle Status dieser Technik hat bei weitem nichts mehr gemein mit den experimentellen Anfängen. Durch tolle Fortschritte in der Internetkommunikation und Vereinfachung von vielen Schnittstellen halte ich es jetzt bereits fast für massentauglich. Natürlich läuft es auch heute noch mit Ecken und Kanten wie man im online verfügbaren Mitschnitt leicht sehen kann.
Doch wesentliche Voraussetzungen sind bereits vorhanden wie ich finde. In einigen Jahren könnte ich mir wirklich vorstellen von zu Hause aus ähnlich wie in einer gut vorbereiteten Vorlesung Thesen zu diskutieren und ein Ergebnis dann in interaktiver Form festzuhalten. Ein von allen erstelltes und mitgedachtes Skript sozusagen. Aber da denke ich wahrscheinlich noch viel zu klassisch und altbacken. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten die Entwicklung auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren zu sehen.
Wie seht ihr das?
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Dienstag, 3. November 2009 20:40
[...] Letztlich hörte ich von Adobe Connect. Leider kann ich dazu wenig sagen, da ich es noch nicht getestet habe, aber das Feedback der mir bekannten Nutzer ist durchweg gut. Bildschirmfreigaben, Videokonferenz, und das alles zum einen als Web-Lösung und als Software-Paket. Für Privat-Nutzer eher unpraktisch (da kostenpflichtig), für Unternehmen sicher eine Überlegung wert, gerade für Schulungen. Auf jeden Fall bietet es einen hohen Leistungsumfang. [...]