Beiträge vom Dezember, 2009

Was ist Erfolg im Social Web?

Samstag, 26. Dezember 2009 12:30

Blickt man auf die Entwicklung des Internets bis zum heutigen Tag zurück erkennt man unschwer einen Wandel von der Vernetzung von Computern hin zur Vernetzung von Personen – Willkommen im Web 2.0. Individualisierte Angebote im Rahmen des Social Web sind besonders beliebt. Diesen Trend hat man auch im Marketing erkannt und spricht zurecht von einem Paradigmenwechsel (Vgl. u.a. Bruhn).

Marken, wohl eher die Berater, erkennen immer mehr das Potenzial welches sich im sagenumwobenen Social Web verbirgt und platzieren entsprechende Profile überall auf den einschlägigen Plattformen um sich diese willkommene Reichweitenverlängerung nicht entgehen zu lassen. Ist ja auch nichts weiter bei könnte man denken. Mal eben das Profil angelegt und schon können die Konsumenten der Marke huldigen indem sie zu Tausenden den “Fan werden”-Button drücken und so die Bekanntschaft der Marke weitertragen.

Ich beobachte das jetzt schon eine ganze Weile so. Für mich kristallisiert sich dabei immer stärker ein Kernaspekt heraus der über Erfolg bzw. Nichterfolg entscheidet und die Angelegenheit leider komplizierter macht als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Es muss nämlich der Unterschied zwischen “ich finde ein Profil gut” und “es sagt etwas über meine Gesinnung aus das ich das Profil von Marke XY gut finde” bedacht werden.

Der letztere Punkt ist wohl der erstrebenswertere. Leidet ist es aber auch so, dass an diesem Punkt das ungemein komplexe und zugleich empfindliche Thema “Image” haftet. Und das ist ein Aspekt der oft meiner Meinung nach vernachlässigt wird, dabei aber umso wichtiger wird je umfassender das “Social Web”-Angebot wird. Es ist eben doch mehr als “eben mal ein Profil online stellen” sich als Marke auf dieser Plattform zu präsentieren. Vielmehr muss es bei weiter fortschreitender Entwicklung als zusätzliches strategisches Instrument der Markenkommunikation betrachtet werden anstatt als “niche to have” Feature. Jeder Fan selbst ist doch gleichzeitig auch eine Aussage über die Marke.

Erfolg im “Social Web” ist also vor allem eine gezielte Verlängerung des Images der Marke. Audi, Apple, Barack Obama oder auch Nike sind gute Beispiele dafür (um mal einige spontane Beispiele zu nennen). Eine Person profitiert von dem Image dieser Marken indem die persönliche Einstellung teilweise auch über das Image der Marken transportiert und verstärkt wird.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Konvergenz – ein Kategorisierungsversuch

Mittwoch, 16. Dezember 2009 12:46

Ein beliebtes Thema von Studien und Prognosen (PDF) scheint in letzter Zeit das Wort oder besser gesagt der “Metatrend” (um es in den Worten der BITKOM zu sagen) Konvergenz zu sein.

“Alles wächst zu einem großen Ganzen zusammen und alles wird überall zugänglich sein” heißt es in diesen Publikationen für meinen Geschmack häufig leider etwas schwammig. Da ich selbst schon mehrfach fragend vor den entsprechenden PDFs saß versuche ich nun mal diese Entwicklung zu präzisieren und aufzuschlüsseln.

Starten wir doch mal mit:

Was ist eigentlich Konvergenz?

  • Laut Duden ist es eine Annäherung, oder speziell im IT-Bereich das Zusammenwachsen von Medienkanälen.
  • Für Wiktionary ist es ein “näher kommen” oder auch “zusammenlaufen”.

So, jetzt ist erstmal das grundlegende Verständnis gleich. Ist ja eigentlich nichts besonderes. Spannend wird es allerdings wenn man jetzt den Begriff auf die generelle Medienentwicklung bezieht. Denn das macht die Sache schon etwas komplizierter. Plötzlich wird vieles über einen Kamm geschert und sorgt bei mir für Zuordnungsprobleme.

Meiner Meinung nach müsste zwischen mehreren Typen von Konvergenz unterschieden werden. Diese versuche ich nachfolgend mal exemplarisch darzustellen.

Technische Konvergenz

Vollzieht sich für mich im Rahmen der technischen Evolution. Beispiele dafür sind z.B. eine Kamere, die E-Mails empfangen kann, eine Armbanduhr mit Handyfunktionen oder als Klassiker das iPhone mit seinen diversen Multimediafähigkeiten und Antennen die wohl zu Genüge bekannt sein dürften.

Generell: Immer mehr Geräte werden in einem Gerät vereint und werden so zu einem Universalempfänger für alles.

Inhaltliche Konvergenz

Aus der technischen Konvergenz ergibt sich teilweise auch eine inhaltliche Konvergenz. Denn Inhalte können nun auch abseits von den klassischen Distributionswegen konsumiert werden. Ein einfaches Beispiel ist ein Laptop/ Computer womit sich Radio, Video, TV, Telefon usw. an einem Ort vereinen lassen.

Für inhaltliche Konvergenz sorgt aber in erster Linie die Digitalisierung. Denn dadurch sind alle Datenströme vereinheitlicht. Egal ob Telefon (Ton), TV (Bild+Ton), Radio (Ton), oder Text (z.B. SMS oder E-Mail) – alles liegt als digitale Daten vor und kann ohne Rücksicht auf Zuordnung zu Endgeräten distribuiert werden die auch alles davon lesen können. Einziger begrenzender Faktor ist die Rechenleistung des Endgeräts, was aber auch immer unwichtiger wird.

Durch die Digitalisierung wird aber auch noch etwas ganz anderes ausgelöst – Anbieter sind nun in der Lage auch ihren Nutzern all diese Multimediakanäle anzubieten. Populäres Beispiel ist für mich Facebook. Neben einem reinen sozialen Netzwerk werden auch Nachrichten, Bilderupload, Videoupload, Linkempfehlungen, Kontakte, Spiele, Chat usw. angeboten und vereinen so auch vieles an einem Ort.

Geografische Konvergenz

Letzter Faktor ist schließlich die durch das Internet immens gestiegene Reichweite und Geschwindigkeit der Informationsübermittlung und -verbreitung was sich in einer Art “geografischen Konvergenz” ausdrückt. Es ist plötzlich mehr oder weniger unerheblich an welchem Ort der Welt man sich aufhält. Das einzige was zählt ist die Anbindung ans Internet. Die Welt wächst also auch zu einem “großen Ganzen” zusammen.

Was haltet ihr davon? Sind die wesentlichen Strömungen erfasst? Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen sind herzlich willkommen!

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon