Beiträge vom Februar, 2010

Cyberwar im Maßstab 1:32 – Battlefield Bad Company 2 Tank Commander

Sonntag, 28. Februar 2010 12:26

Am 05. März 2010 erscheint der neueste Titel der Battlefield-Reihe von EA -- Battlefield Bad Company 2.

Bis zum 25. Februar lief bereits die geschlossene Beta-Phase. Dort konnte man bereits einen exklusiven Eindruck in das kommende Spiel gewinnen und den Entwicklern Feedback über Gameplay und Bugs geben. Die begehrten Beta-Keys konnte man entweder durch Losverfahren oder durch die Vorbestellung der Limited-Edition bekommen -- clever um die Begehrlichkeit zu steigern, denn die Spielereihe genießt seit der Erscheinung einen sehr guten Ruf.

Positiv ist aber wirklich die Nähe zu den Usern anzumerken. Die Entwickler sind regelmäßig in den Foren anzutreffen und antworten auf Fragen, twittern Updates und auf Youtube und dem Blog werden neue Gameplay-Videos und Screenshots veröffentlicht. Kontakt zur Zielgruppe ist also recht umfangreich und glaubwürdig. Das kann ich aus eigener Erfahrung zumindest sagen. Bisher also gut inszeniert. Blicke hinter die Kulissen und in die Entwicklungsarbeit runden das Bild ab.

Wie man aber sicher unschwer erkennen kann klafft zwischen dem 25. Februar und dem 05. März eine Lücke. Was also tun wenn man durch die bisherige Kampagne rund um das Spiel so gefesselt ist, das man nicht weis wie man die Zeitspanne überbrückt? (nur ironisch gesprochen)

Kein Problem: Das Browsergame Battlefield Bad Company 2 Tank Commander. Dabei ist es kein gewöhnliches Browserspiel, wie die Making-of Fotos zeigen. Denn der Spieler steuert hierbei Panzermodelle die auf einem kleinen Schlachtfeld platziert sind.

Der Clou: Die Panzermodelle sind echt. Eine Webcam überträgt ein Livebild und über das Flash-Interface werden dann Steuerbefehle gegeben. Im Blog wird diese Art von Spiel als “das erste seiner Art beschrieben”. Selbst wenn nicht, trotzdem eine grandiose Idee. Mir ist soetwas bisher jedenfalls nicht bekannt. Als Sahnehäubchen können Besucher des Cineplex in Singapur den Aufbau auch live verfolgen. Witzigerweise sieht man auch zeitweise Menschen am Rand stehen oder vorbeigehen. Dieses kleine Schmankerl endet dann passend zum Release-Termin des eigentlichen Spiels und es werden für die fleißigsten Spieler noch Preise verlost -- leider nur in Singapur selbst.

Ich habe mir das Ganze auch mal aus der Nähe angeschaut:

Leider gibt es einen Haken (zumindest für mich aus Deutschland). Die Ping ist so hoch und die Bidlqualität der Webcam so unterirdisch schlecht das ich kaum eine Möglichkeit habe die Modelle zu steuern geschweigedenn etwas zu erkennen. Befehle kommen entweder gar nicht an oder werden Sekunden später umgesetzt. Dennoch habe ich es der Neuartigkeit wegen getestet und finde die Idee super. Ist eben mal was völlig anderes. An der Ausführung hapert es jetzt nur leider so stark das es einfach keinen Spaß macht.

Thema: Sehenswertes | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

ATI – Wenn Marketing der Technik voraus ist

Donnerstag, 25. Februar 2010 12:05

Ich sitze hier und starre immer wieder gespannt auf aktuelle Preise. Die neue Grafikkarte steht schon längst fest. Es wird eine ATI Radeon der HD5000-Serie. Doch wo eigentlich Vorfreude sein sollte macht sich bei mir immer stärker Unmut und Ablehnung breit.

Aber der Reihe nach:
Im Oktober kündigt ATI die neueste Generation seiner Radeon-Serie an, die HD5000-Modelle. In der Zeit danach brennt ATI ein regelrechtes Modellfeuerwerk ab und überflutet den Markt mit Produktankündigungen. Mittlerweile ist das gesamte Portfolio auf die neue Modellgeneration umgestellt. Alle Modelle von Low-End bis High-End sind auf den Markt gespuckt und der Käufer hat die Qual der Wahl zwischen einer umfangreichen Modellvielfalt. Super Sache!

Dies gilt aber nur in der Theorie. Denn nun haben wir Ende Februar und die Karten sind immer noch Mangelware. Völlig überzogene Preise sind die Folge, teilweise 50% über UVP. Trauriges Beispiel: Eine HD5850 geht, UVP ca. 200 EUR, selbst online aktuell für ca. 250 EUR – 300 EUR über den Tisch. Sowas tut einfach nur weh!

Im Internet machen Meldungen die Runde, dass TSMC (Chiphersteller für die GPUs) akute Probleme mit der Chipausbeute der Highend-Modelle haben soll. Diese werden im brandneuen 40nm-Prozess gefertigt und die Ausbeute soll bei nur 20% liegen. So ist es kaum verwunderlich das der Markt, besonders bei den Highend-Modellen, nicht ausreichend bedient werden kann. Ist ja auch alles kein Problem, ist eben eine neue Technik und dem Wettbewerber um einiges voraus.

Wären da nicht Meldungen, dass eigentliche “Ausschuss-Chips” in eine abgespeckte Karte wandern sollen. So etwas verursacht nämlich bei mir einen akut unangenehmen Beigeschmack. Mit allen Mitteln behaupten wollen, man ist dem Wettbewerber voraus und hintenrum mit künstlich verknappten Beständen und aufgewärmten “Quasi-Neuheiten” das Geld aus den Kunden pressen.

Die momentane Marktsituation lässt so etwas aber auch leider hervorragend zu. Denn der einzige Wettbewerber, Nvidia, lässt schon länger mit einem echten Update der Produktpalette auf sich warten und wärmt stattdessen alte Chips wieder auf. Die wirkliche Neuheit, Fermi, wird aktuell mit Ende März gehandelt. Aber auch nur die HighEnd-Modelle. Somit lässt echter Wettbewerb weiter auf sich warten und es gibt keinen direkten Preis-Leistungsvergleich.

Zwischen den technischem Möglichkeiten und der Strategie der Marketingabteilung klafft hier eine deutliche Lücke. Klar hört es sich toll an, wenn man verkünden kann, das schon wieder eine neue Produktgeneration auf dem Weg ist. Läuft es aber so wie aktuell, dann mit akutem Jojo-Effekt. Ich kann nur für mich sprechen wenn ich sage, dass ich mir unter diesen Umständen keine neue Hardware zulegen werde. Aber ich denke da bin ich nicht alleine.

Ganz aktuell: Heute hat ATI die bereits in Gerüchten gehandelte HD5830 offiziell vorgestellt und sich damit meiner Meinung nach das nächste Eigentor geschossen (siehe Fazit des verlinkten Artikels). Wer kauft eine Karte, die 15-20% Mehrleistung bringt dabei aber um 60-70% teurer ist? Ich weis es nicht.

Thema: Gedanken | Kommentare (2) | Autor: Simon