Beitrags-Archiv für die Kategory 'Gedanken'

Mach’s gut Steve, war anstrengend mit dir! Meine Entscheidung gegen Apples Firmenpolitik

Montag, 6. Dezember 2010 12:38

Hut ab vor der Marke Apple. Die Verantwortlichen haben es wirklich geschafft eine nahezu bedingungslos treue Gefolgschaft zu erschaffen und es perfektioniert bei den Verbrauchern Begehrlichkeiten zu wecken. Wo sonst steht man Schlange und campt vor der noch geschlossenen Tür, wenn ein neues Produkt erscheint. Und wo sonst prägen Gerätebezeichnungen so nachhaltig ganze Branchen bzw. schaffen diese erst (siehe z.B. iPod und iPhone).

Besonders das iPhone hat seit der Einführung bei anderen Herstellern eine für mich noch nie da gewesenene Aufholjagd losgetreten. Noch voriges Jahr sah es eher düster aus mit vergleichbaren Geräten (man müsste eigentlich eher von “Komplettpaketen” sprechen). Denn es geht ja in erster Linie nicht um das Gerät, sondern um die Software dahinter. Der AppStore ist da immer noch unerreicht. Dies war auch damals mein Haupt-Kaufgrund für ein iPhone. Nur der AppStore versprach vom Umfang her eine angemessene Ausreizung der technischen Fähigkeiten des Geräts.

Dies hat sich aber mittlerweile relativiert. Es gibt einige wenige gute Produkte auf dem Smartphone-Markt. Dennoch muss stets der Vergleich zu Apple herhalten, aus oben genannten Gründen. Das folgende Video veranschaulicht das Problem auf eine lustige Weise:

Ich wage mich auf dünnes Eis und behaupte, viele (nicht alle) Leute wissen einfach keine Antwort auf die Frage: “Wieso eigentlich ein iPhone”? Aber das ist eine andere Geschichte…

Ich trenne mich nicht aus technischen oder Designgründen vom iPhone. Beides ist bei Apple in der Regel richtungsweisend. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich daher vom unbestritten perfekt designten (Hardware wie Software gleichermaßen) iPhone und versuche mein zukünftiges Smartphone eher als Gebrauchsgegenstand, dafür aber echtes Hilfsmittel im Alltag anzusehen. Dies war bisher immer mit Komplikationen und Restriktionen verbunden.

Vielmehr ist es eine mittlerweile entschiedene Ablehnung der Firmenpolitik, die erst in den letzten Tagen wieder bestätigt wurde. Ich bin es Leid, mit Hack-Programmen im Betriebssystem rumzupfuschen um mir Funktionen frei zu schalten, mir nur über Umwege Zugriff auf mein eigenes Dateisystem verschaffen zu können, mir die Betriebssystemversion vorschreiben zu lassen oder mir zentral und kryptisch vorschreiben zu lassen welche Apps im Angebot sind. Von einer jahrelangen künstlichen Verknappung des Geräts durch ein Unternehmen mit viel Magenta im Logo möchte ich noch nicht einmal reden. Apple hat mittlerweile einen gewaltigen Markteinfluss – und den bekommt man als Benutzer auch zu spüren. Zumindest habe ich ihn gespürt.

Mich diesen proprietäre Bestimmungen zu unterwerfen kam für mich zum Schluss nicht mehr in Frage, weshalb ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe. Mir ist bewusst, dass ich mit dieser Entscheidung eine Art “Rückschritt” in Kauf nehme und eher ein Einzelfall bin. Dennoch scheint es auch von Unternehmensseite vereinzelt solche Maßnahmen zu geben, wie die gekippte iAd-Kampagne von Adidas zeigt.

Thema: Gedanken | Kommentare (3) | Autor: Simon

Twitter ist die bessere SMS – Angela Merkel und das Social Web

Sonntag, 14. November 2010 12:58

Bereits vor Jahren (2004) gab Angela Merkel ihre Vorliebe für SMS zum Besten. Sogar im Bundestag soll sie des öfteren SMS verschicken. Es wird auch hin und wieder berichtet, dass sie große Freude daran habe per SMS aktuelle Nachrichten direkt aus den Tagungen zu schicken. Aber wie sieht es mit den wirklich neuen Medien aus? Tippen wir doch mal kurz in die Personensuche bei Twitter “Angela Merkel” ein. 20 Accounts behaupten dort die Bundeskanzlerin zu sein (Stand 14.11.2010). Warum gerade Twitter als Beispiel?

Bezüglich der aktuellen Entwicklungen beim Projekt Stuttgart21 und der beschlossenen Energiepolitik (Atomkraft bis 2050) wollte ich in zynischer Manier Angela Merkel in einem Tweet verlinken – dies war aber gar nicht möglich, da es keinen offiziellen Account gibt. Fake-Accounts gibt es dagegen reichlich, wie die Suche zeigt. Manche von ihnen mit reichlich derbem Inhalt und sogar recht geschmacklos. Twitter… naja, werden jetzt einige denken. So wichtig ist das nun auch wieder nicht. Man weis bis heute im Details nicht recht was dieses relativ neue Sprachrohr eigentlich darstellt. Auch ich möchte das nicht überbewerten. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Twitter durch mehrere Millionen User eine große Reichweite besitzt und es von vielen medienaffinen Menschen genutzt wird, die die kurze und schnelle Informationsweise adaptiert haben. Kurze Infohäppchen für zwischendurch. Vertiefen nur bei Bedarf. Gerade diese Leute sind potentielle Multiplikatoren für News. Informationen werden aufgegriffen und weiterverbreitet – positive wie negative.

Aber was ist mit Facebook? 56.000 “Freunde” können doch nicht verschwiegen werden. Richtig und falsch. Angela Merkel hat ein Facebook Profil und postet dort auch regelmäßig Infos – Richtig. Schaut man aber in die Kommentare der News, finden sich regelmäßig Kritikkommentare die unkommentiert bleiben. Das Konto ist also nicht redaktionell betreut, schon gar nicht persönlich. Außerdem ist jede Interaktion untersagt/ abgeschaltet. Für mich reduziert sich das Profil also auf “bei Facebook um bei Facebook zu sein”. Es wird nicht die Mechanik des Mediums aufgegriffen sondern nur Aufmerksamkeit geheuchelt - Falsch.

Kurze Zeitreise: Wer kennt noch den Remix-Generator für die 2009er Plakate der CDU? (Best-of-Gallerie: hier) Der war ja zu gegebener Zeit “der letzte Schrei”. Dafür, dass man dort so vehement mit dem Anwalt drohte, lässt man beim Beispiel Twitter reichlich Leine. Ich würde gerne wissen, wie viele Leute nicht wahrnehmen, dass hier nicht die “echte” Angela Merkel twittert. Dem Anschein nach sind es Leute, die sich die Bekanntheit zu Nutze machen um andere im Namen von Angela Merkel mehr oder weniger zu amüsieren (siehe geschmacklose Posts). Darüber hinaus: Bei den Plakaten war es noch ein sehr kontrolliertes und konzentriertes Umfeld, indem die Auseinandersetzung ablief. Bei Twitter hingegen ist das Publikum wesentlich unkontrollierter und diffuser. Nun gut, die sog. Medienexperten und Berater werden schon wissen was richtig ist.

In einem spannenden Artikel in der ZEIT wird die zunehmende Entfremdung von Gesellschaft und Politik angesprochen. Vertrauendverlust und Spaß am Protest (weil die Möglichkeiten vorhanden sind) sind weitere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Ob das mit der bisherigen Vorgehensweise noch gelingt? Wo Millionen in Wahlkampagnen fließen wären doch gerade diese quasi-Gratis Medien viel interessanter. Selbst wenn auch nur als Ergänzung. Dort ist die Zielgruppe die es gilt abzuholen und sich einzuklinken. Doch dies erfordert natürlich auch Mut und die Aufgabe von Kontrolle.

Thema: Gedanken | Kommentare (1) | Autor: Simon

Youtube und die neuentdeckte Kreativität über den Videocontent hinaus

Dienstag, 9. November 2010 12:21

Jeder halbwegs an Youtube interessierte User kennt noch die fünf-Sterne-Bewertungsfunktion von Youtube. Diese wurde ja bekanntlich vor einiger Zeit abgeschafft und durch eine noch einfachere Methode abgelöst: Daumen hoch oder runter für das, was man gerade gesehen hat. Im Zuge dieser Umstellung wurde auch die Möglichkeit eingeführt, für einzelne Kommentare seine Stimme abzugeben. Somit konnte den Aussagen ab diesem Zeitpunkt endlich eine Qualität durch die User selbst gegeben werden. Denn durch positive Bewertung eines Kommentars wird die chronologische Reihenfolge überschrieben und er gelangt an oberste Stelle.

Dieses Schauspiel schaue ich mir jetzt schon einige Zeit an und muss sagen: Das neue Bewertungssystem hat eine komplett neue Dynamik in die Youtube-Community gebracht. Ein User mit einem passenden Kommentar wird nun dadurch “belohnt”, dass ihn andere User nach oben werten können und er dadurch eine stärkere Relevanz erhält. Vor dieser Änderung fanden gute und/oder witzige Kommentare nur zufällig Berücksichtigung da sie chronologisch geordnet waren.

Auffällig ist, dass die besten (also die mit den meisten positiven Bewertungen) Kommentare oft einen sehr speziellen Humor aufweisen. Auf vielfältige Weise stehen sie in Bezug zum Inhalt des Videos und verleihen den Bildern eine zusätziche Note. Dies geschieht entweder direkt (bestbewerteter Kommentar zu einem Musikvideo):

oder auch zwischen den Zeilen (hier ein Kommentar, wo ein User sich zum quietschenden Stuhl des Video-Bloggers auslässt):

Diese beiden Beispiele (und ihr werdet sicher noch unzählige weitere haben) zeigen, was die Umstellung seitens Youtube mit der Dynamik der Community gemacht hat. Es ist ja seit Jahren bekannt, dass nur ein kleiner Teil der User wirklich aktiv Inhalte zum Social Web beisteuert. Die überwiegende Mehrheit hört nur zu oder postet vielleicht noch einen Kommentar.

Das System von Youtube setzt genau da an und ermuntert sozusagen regelrecht zum Mitmachen. Videos laden die wenigsten hoch. Schon wesentlich mehr kommentieren aber die Inhalte. Wenn man das auch nicht möchte, kann man immerhin noch über das Video oder den Kommentar abstimmen. Zusätzlich zu den Usern die sowieso eigene Videos hochladen und damit ihre Kreativität unter Beweis stellen, werden nun aber auch weitere User aktiviert. Immerhin besteht die Möglichkeit, durch einen treffenden Kommentar an die Spitze zu gelangen und damit Aufmerksamkeit zu erhalten.

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Medialer kalter Entzug – Ein freiwilliger Selbstversuch

Freitag, 10. September 2010 11:26

Wie die letzten Jahre auch ging es für mich dieses Jahr wieder nach Österreich – in den Bikepark Leogang zum Downhill. Zwei Wochen Sporturlaub, yeah! Nach dem Studium genau das richtige als Ausgleich. Natürlich war mein Smartphone auch dabei. Diese tollen verführerischen Spielzeuge sind bei mir nämlich nicht mehr weg zu denken. Wieso auch, kann man doch so viele geniale Dinge damit anstellen.

Wie sehr und schnell man sich an diese Hilfsmittel gewöhnt wurde mir eigentlich erst klar, als ich ernsthaft vor dem Urlaub darüber nachdachte mir für die Dauer des Aufenthalts eine österreichische Prepaid-Handykarte zu kaufen, damit ich auch im Urlaub mobil ins Internet kann.

Soviel vorab: ich habe es nicht getan!

Kurz vor der Grenze zu Österreich wurde es daher spannend. Noch war das begehrte “3G” zu sehen, aber dann – nix mehr. Das Gefühl ab sofort nicht mehr ständig nach den aktuellsten News schauen zu können war zugegebenermaßen anfangs sehr komisch.

“Verpasse ich was”?

“Was hat Kontakt X gerade für spannende Neuigkeiten gepostet”?

“Was sind angesagte RSS-News”?

waren nur einige Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Das aber auch nur kurz muss ich sagen. Dann wurde mir schlagartig bewusst, welchem “Lärm” ( im Sinne von Ereignissen in den einzelnen Medienkanälen) man sich täglich und freiwillig aussetzt. Es wird auf eigenartige Weise still um einen herum und das fühlt sich eigentlich sehr angenehm an. Kein Signalton für neue E-Mails, keine Push-Notifications über neue Statusmeldungen, keine neuen RSS-Feeds als Gute-Nacht-Geschichte. All das habe ich ersetzt durch viele persönliche Diskussionen, lesen, länger schlafen und viel Sport. Fairer Tausch! Einfach mal abschalten und wieder klarkommen.

Eine Pause von all dem oben geschilderten hat mein Bewusstsein für diese Dinge wieder “gerade gerückt” und aufgezeigt, dass viele Dinge gar nicht so relevant sind wie sie durch die permanente Verfügbarkeit erscheinen. Durch das Überangebot wird eine strenge Selbstkontrolle meiner Meinung nach immer wichtiger. Schon jetzt ist es zeitlich unmöglich allen Medienkanälen adäquat zu folgen, weshalb man stark selektieren muss. Wenn man sich nun auch noch einbildet permanent erreichbar sein zu müssen und nichts verpassen zu wollen wird es fast schon grenzwertig. Durch die kleine Auszeit ist bei mir sogar wieder etwas vom Spaß zurückgekehrt, sich mit den Informationsmöglichkeiten auseinander zu setzen.

Natürlich haben die Möglichkeiten auch viele positive Seiten, die ich hier wohl nicht zu nennen brauche. Vielmehr will ich hier etwas überspitzt die Verlockung darstellen, die heutige Medien haben können (siehe Überlegung mit der Prepaid-Karte). Entzugssymptome wie bei einem echten “kalten Entzug” haben sich glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt gezeigt, weshalb ich mich selbst als therapierbaren Fall bezeichnen kann ;-)

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StudiVZ – das unsoziale Netzwerk

Dienstag, 30. März 2010 12:17

Eins vorab: Ich will diesen Eintrag nicht als Anlass nehmen, um auf StudiVZ einzubashen. Nein das ganz gewiss nicht. Vielmehr haben mich aktuelle Vorfälle zu diesen Überlegungen gebracht. StudiVZ stellt für meinen Geschmack erstaunlich wenig Funktionalitäten bereit, um seine Kontakte zu pflegen und einen mühelosen Austausch zu gewährleisten. Als mir eine dieser (wenigen) Funktion zusätzlich nicht mehr zur Verfügung stand habe ich mir den Rest mal genauer angeschaut.

Was macht eigentlich ein “soziales Netzwerk” aus? Für mich sind das gegenseitige Bezüge mit den Kontakten seiner Wahl und der Austausch, so dass ein Mehrwert für alle entsteht. Kerngedanke ist für mich auch ein globales soziales Miteinander (übrigens sehr lesenswertes PDF auf der verlinkten Seite zum Download).

StudiVZ ermöglicht aber das gerade nicht direkt. Es gibt nur persönliche Nachrichten, Chat, Foren in Gruppen und den Buschfunk, man trifft nie direkt aufeinander im Sinne von Bewertung der Inhalte oder offener Diskussion. Das sorgt dafür, dass jeder Einzelne mehr oder weniger isoliert unherschwirrt und sich alle auf kleinen autarken Inseln bewegen, je nachdem mit wem sie gerade in Kontakt stehen. Das sind jedoch fast ausschließlich Kontaktsituationen zwischen nur zwei Personen. Verbindungen untereinander sind sehr schwach bzw. gar nicht ausgeprägt. Gutes Beispiel ist der Buschfunk: Einträge wirken völlig aus dem Zusammenhang gerissen und ergeben einzeln betrachtet kaum Sinn. Nur die zwei Personen die es betrifft können den Zusammenhang herleiten.

Auf diese Weise kann sich keine Dynamik entfalten, in der Nutzer z.B. eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Rollen übernehmen. Ein wichtiges Element eines Netzwerks, wie ich finde, wird also unterbunden:

Der Wert und somit die Relevanz einer angebotenen Information wird durch die ihr zugewendete Aufmerksamkeit bestimmt.

Man kann aber bei StudiVZ keinerlei Bewertung von Inhalten vornehmen und auch nicht kommentieren. Dadurch kann auch keine Aufmerksamkeit sichtbar gemacht werden. Somit sind alle Informationen gleich relevant bzw. bei der Fülle an Informationen gleich unrelevant um es frech zu sagen. Es entsteht somit kein Mehrwert für alle Nutzer. Eine Eigenschaft, die Netzwerke eigentlich interessant macht.

Ein Blick in das Forum für Nutzeranregungen zeigt aber Hoffnung:

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ATI – Wenn Marketing der Technik voraus ist

Donnerstag, 25. Februar 2010 12:05

Ich sitze hier und starre immer wieder gespannt auf aktuelle Preise. Die neue Grafikkarte steht schon längst fest. Es wird eine ATI Radeon der HD5000-Serie. Doch wo eigentlich Vorfreude sein sollte macht sich bei mir immer stärker Unmut und Ablehnung breit.

Aber der Reihe nach:
Im Oktober kündigt ATI die neueste Generation seiner Radeon-Serie an, die HD5000-Modelle. In der Zeit danach brennt ATI ein regelrechtes Modellfeuerwerk ab und überflutet den Markt mit Produktankündigungen. Mittlerweile ist das gesamte Portfolio auf die neue Modellgeneration umgestellt. Alle Modelle von Low-End bis High-End sind auf den Markt gespuckt und der Käufer hat die Qual der Wahl zwischen einer umfangreichen Modellvielfalt. Super Sache!

Dies gilt aber nur in der Theorie. Denn nun haben wir Ende Februar und die Karten sind immer noch Mangelware. Völlig überzogene Preise sind die Folge, teilweise 50% über UVP. Trauriges Beispiel: Eine HD5850 geht, UVP ca. 200 EUR, selbst online aktuell für ca. 250 EUR – 300 EUR über den Tisch. Sowas tut einfach nur weh!

Im Internet machen Meldungen die Runde, dass TSMC (Chiphersteller für die GPUs) akute Probleme mit der Chipausbeute der Highend-Modelle haben soll. Diese werden im brandneuen 40nm-Prozess gefertigt und die Ausbeute soll bei nur 20% liegen. So ist es kaum verwunderlich das der Markt, besonders bei den Highend-Modellen, nicht ausreichend bedient werden kann. Ist ja auch alles kein Problem, ist eben eine neue Technik und dem Wettbewerber um einiges voraus.

Wären da nicht Meldungen, dass eigentliche “Ausschuss-Chips” in eine abgespeckte Karte wandern sollen. So etwas verursacht nämlich bei mir einen akut unangenehmen Beigeschmack. Mit allen Mitteln behaupten wollen, man ist dem Wettbewerber voraus und hintenrum mit künstlich verknappten Beständen und aufgewärmten “Quasi-Neuheiten” das Geld aus den Kunden pressen.

Die momentane Marktsituation lässt so etwas aber auch leider hervorragend zu. Denn der einzige Wettbewerber, Nvidia, lässt schon länger mit einem echten Update der Produktpalette auf sich warten und wärmt stattdessen alte Chips wieder auf. Die wirkliche Neuheit, Fermi, wird aktuell mit Ende März gehandelt. Aber auch nur die HighEnd-Modelle. Somit lässt echter Wettbewerb weiter auf sich warten und es gibt keinen direkten Preis-Leistungsvergleich.

Zwischen den technischem Möglichkeiten und der Strategie der Marketingabteilung klafft hier eine deutliche Lücke. Klar hört es sich toll an, wenn man verkünden kann, das schon wieder eine neue Produktgeneration auf dem Weg ist. Läuft es aber so wie aktuell, dann mit akutem Jojo-Effekt. Ich kann nur für mich sprechen wenn ich sage, dass ich mir unter diesen Umständen keine neue Hardware zulegen werde. Aber ich denke da bin ich nicht alleine.

Ganz aktuell: Heute hat ATI die bereits in Gerüchten gehandelte HD5830 offiziell vorgestellt und sich damit meiner Meinung nach das nächste Eigentor geschossen (siehe Fazit des verlinkten Artikels). Wer kauft eine Karte, die 15-20% Mehrleistung bringt dabei aber um 60-70% teurer ist? Ich weis es nicht.

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Was ist Erfolg im Social Web?

Samstag, 26. Dezember 2009 12:30

Blickt man auf die Entwicklung des Internets bis zum heutigen Tag zurück erkennt man unschwer einen Wandel von der Vernetzung von Computern hin zur Vernetzung von Personen – Willkommen im Web 2.0. Individualisierte Angebote im Rahmen des Social Web sind besonders beliebt. Diesen Trend hat man auch im Marketing erkannt und spricht zurecht von einem Paradigmenwechsel (Vgl. u.a. Bruhn).

Marken, wohl eher die Berater, erkennen immer mehr das Potenzial welches sich im sagenumwobenen Social Web verbirgt und platzieren entsprechende Profile überall auf den einschlägigen Plattformen um sich diese willkommene Reichweitenverlängerung nicht entgehen zu lassen. Ist ja auch nichts weiter bei könnte man denken. Mal eben das Profil angelegt und schon können die Konsumenten der Marke huldigen indem sie zu Tausenden den “Fan werden”-Button drücken und so die Bekanntschaft der Marke weitertragen.

Ich beobachte das jetzt schon eine ganze Weile so. Für mich kristallisiert sich dabei immer stärker ein Kernaspekt heraus der über Erfolg bzw. Nichterfolg entscheidet und die Angelegenheit leider komplizierter macht als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Es muss nämlich der Unterschied zwischen “ich finde ein Profil gut” und “es sagt etwas über meine Gesinnung aus das ich das Profil von Marke XY gut finde” bedacht werden.

Der letztere Punkt ist wohl der erstrebenswertere. Leidet ist es aber auch so, dass an diesem Punkt das ungemein komplexe und zugleich empfindliche Thema “Image” haftet. Und das ist ein Aspekt der oft meiner Meinung nach vernachlässigt wird, dabei aber umso wichtiger wird je umfassender das “Social Web”-Angebot wird. Es ist eben doch mehr als “eben mal ein Profil online stellen” sich als Marke auf dieser Plattform zu präsentieren. Vielmehr muss es bei weiter fortschreitender Entwicklung als zusätzliches strategisches Instrument der Markenkommunikation betrachtet werden anstatt als “niche to have” Feature. Jeder Fan selbst ist doch gleichzeitig auch eine Aussage über die Marke.

Erfolg im “Social Web” ist also vor allem eine gezielte Verlängerung des Images der Marke. Audi, Apple, Barack Obama oder auch Nike sind gute Beispiele dafür (um mal einige spontane Beispiele zu nennen). Eine Person profitiert von dem Image dieser Marken indem die persönliche Einstellung teilweise auch über das Image der Marken transportiert und verstärkt wird.

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Konvergenz – ein Kategorisierungsversuch

Mittwoch, 16. Dezember 2009 12:46

Ein beliebtes Thema von Studien und Prognosen (PDF) scheint in letzter Zeit das Wort oder besser gesagt der “Metatrend” (um es in den Worten der BITKOM zu sagen) Konvergenz zu sein.

“Alles wächst zu einem großen Ganzen zusammen und alles wird überall zugänglich sein” heißt es in diesen Publikationen für meinen Geschmack häufig leider etwas schwammig. Da ich selbst schon mehrfach fragend vor den entsprechenden PDFs saß versuche ich nun mal diese Entwicklung zu präzisieren und aufzuschlüsseln.

Starten wir doch mal mit:

Was ist eigentlich Konvergenz?

  • Laut Duden ist es eine Annäherung, oder speziell im IT-Bereich das Zusammenwachsen von Medienkanälen.
  • Für Wiktionary ist es ein “näher kommen” oder auch “zusammenlaufen”.

So, jetzt ist erstmal das grundlegende Verständnis gleich. Ist ja eigentlich nichts besonderes. Spannend wird es allerdings wenn man jetzt den Begriff auf die generelle Medienentwicklung bezieht. Denn das macht die Sache schon etwas komplizierter. Plötzlich wird vieles über einen Kamm geschert und sorgt bei mir für Zuordnungsprobleme.

Meiner Meinung nach müsste zwischen mehreren Typen von Konvergenz unterschieden werden. Diese versuche ich nachfolgend mal exemplarisch darzustellen.

Technische Konvergenz

Vollzieht sich für mich im Rahmen der technischen Evolution. Beispiele dafür sind z.B. eine Kamere, die E-Mails empfangen kann, eine Armbanduhr mit Handyfunktionen oder als Klassiker das iPhone mit seinen diversen Multimediafähigkeiten und Antennen die wohl zu Genüge bekannt sein dürften.

Generell: Immer mehr Geräte werden in einem Gerät vereint und werden so zu einem Universalempfänger für alles.

Inhaltliche Konvergenz

Aus der technischen Konvergenz ergibt sich teilweise auch eine inhaltliche Konvergenz. Denn Inhalte können nun auch abseits von den klassischen Distributionswegen konsumiert werden. Ein einfaches Beispiel ist ein Laptop/ Computer womit sich Radio, Video, TV, Telefon usw. an einem Ort vereinen lassen.

Für inhaltliche Konvergenz sorgt aber in erster Linie die Digitalisierung. Denn dadurch sind alle Datenströme vereinheitlicht. Egal ob Telefon (Ton), TV (Bild+Ton), Radio (Ton), oder Text (z.B. SMS oder E-Mail) – alles liegt als digitale Daten vor und kann ohne Rücksicht auf Zuordnung zu Endgeräten distribuiert werden die auch alles davon lesen können. Einziger begrenzender Faktor ist die Rechenleistung des Endgeräts, was aber auch immer unwichtiger wird.

Durch die Digitalisierung wird aber auch noch etwas ganz anderes ausgelöst – Anbieter sind nun in der Lage auch ihren Nutzern all diese Multimediakanäle anzubieten. Populäres Beispiel ist für mich Facebook. Neben einem reinen sozialen Netzwerk werden auch Nachrichten, Bilderupload, Videoupload, Linkempfehlungen, Kontakte, Spiele, Chat usw. angeboten und vereinen so auch vieles an einem Ort.

Geografische Konvergenz

Letzter Faktor ist schließlich die durch das Internet immens gestiegene Reichweite und Geschwindigkeit der Informationsübermittlung und -verbreitung was sich in einer Art “geografischen Konvergenz” ausdrückt. Es ist plötzlich mehr oder weniger unerheblich an welchem Ort der Welt man sich aufhält. Das einzige was zählt ist die Anbindung ans Internet. Die Welt wächst also auch zu einem “großen Ganzen” zusammen.

Was haltet ihr davon? Sind die wesentlichen Strömungen erfasst? Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen sind herzlich willkommen!

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Kein Ende, eher Evolution – Zeitungskonzepte mit Zukunft

Freitag, 27. November 2009 15:07

Den heutigen Journalisten wird ja eine schwere Zeit prophezeit. “Das Ende des Qualitätsjournalismus” wird des öfteren proklamiert und vorausgesagt. Aber Extreme gibt es ja immer.

Ich versuche mich mal an einer etwas vorsichtigeren Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber wo fange ich am besten an? Vielleicht beim angeblichen Problemkind selbst: Print

Hier neben mir liegt gerade Die Zeit. Einmal wöchentlich erscheinend, über 100 Seiten stark. Letzten Monat konnte man wie auch im 2. Quartal 2009 eine erneute Rekordauflage verkünden. Klingt nicht gerade nach “dem Ende” oder?

Auf der anderen Seite kämpfen natürlich viele Verlage seit Jahren mit sinkenden Auflagen. Dies ist aber meist bei Tagesaktuellen Medien zu beobachten oder hat noch ganz andere Gründe. Ganz aktuell beweist Welt Kompakt mit dem neuen Konzept das es auch 2009 im Tagesgeschäft funktionieren kann.

Meiner Meinung nach liegt der Knackpunkt vor allem in der Art der Information die geboten wird. Die Abwanderung der Konsumenten in den digitalen Sektor (Nielsen, PDF) geht mit einer akuten Forderung nach Geschwindigkeit einher. Entweder der Leser erhält also die Info noch bevor sie “kalt” ist oder sie ist uninteressant. Mit Print kommt man da einfach nicht mehr hinterher wenn man z.B. versucht mit Twitter zu konkurrieren.

Zweiter wichtiger Punkt ist die Zuwendung zum sozialen Umfeld. Infos werden vor allem aus direkten Empfehlungen entnommen die aus dem unendlichen Vorrat des Internets ausgegraben werden.

Einen Haken hat die Sache aber. Schlauer wird man nur bis zu dem Punkt, an dem man sich vom Informationsgehalt im Kreis dreht. Denn vielfach wird auch einfach redundant verlinkt und eigentlich alte Dinge als neu verkauft.

Was also tun? Ich sehe da konkret zwei Wege die offensichtlich auch in der Praxis funktionsfähig sind:

  1. Man macht es wie Die Zeit und bietet Content den “die Internetgemeinde” (so nenne ich sie frecherweise einfach mal um den Unterschied plakativer zu machen) nicht bieten kann. Das sind Hintergrundberichte, Detailinfos und Verweis auf Auswirkungen in einem viel größeren Dimension als man teilweise erahnen kann ohne entsprechende Kontakte. Kurz: Man liefert exklusiven Content dessen Lektüre einen wirklichen Informationszuwachs verspricht und einem höheren Ziel dient (Sozialisation).
  2. Man macht es wie die Welt Kompakt und verknüpft “herkömmlichen” Content mit interaktiven Features und macht die Tageszeitung zu einem kleinen interaktiven Spielplatz (QR-Codes). Etablierung eines Zusatznutzens also.

Generell würde ich sagen die Leser wenden sich von allem ab, was sie auch gratis oder selbst erreichen können. Bei den obigen zwei Wegen sind aber Privatpersonen die Hände mehr oder weniger gebunden. Denn solche Aspekte sind nur in einem größer angelegten Rahmen umsetzbar. Für mich ist das also eher eine Auslese und Verlagerung der Verhältnisse und kein “Ende”. Am Ende werden nur die sein die sich nicht neuen Verhältnissen anpassen wollen.

Thema: Gedanken | Kommentare (1) | Autor: Simon

Das Internet vergisst nie – sollte es besser?

Samstag, 21. November 2009 10:28

Die Menschen sind schon ein lustiger Haufen. Zufriedenheit ist eigentlich ein Fremdwort. Die Lage kann noch so perfekt sein – Einen Aspekt zum meckern findet man dennoch immer.

So ähnlich ist das auch mit dem Internet. Es hat für eine Menge an positiven Veränderungen gesorgt. Wir leben heute in einem Schlaraffenland aus Informationen. Wie jede gute Sache gibt es aber auch hier einige Kehrseiten die es in sich haben.

Eine davon ist auf jeden Fall das potenziell unendliche Gedächtnis. Inhalte die einmal online sind werden es dort auch aller Wahrscheinlichkeit nach für immer bleiben. Und selbst wenn der User etwas löscht existieren immer noch unkontrolliert viele Backups bzw. andere User haben es auf ihren eigenen Rechner kopiert und laden es freundlicherweise wieder hoch.

Um dieses hydraähnliche Verhalten hat sich inzwischen eine eigene kleine Industrie gebildet. Reputationsmanagement nennt sich das. In manchen Fällen ist aber selbst ein Profi machtlos weil die Inhalte bereits auf zig anderen Servern kopiert liegen. (Newsaggregatoren z.B.)

Wäre es nicht von Vorteil wenn man online seine (unter Umständen nicht perfekte) Vergangenheit nicht jede Sekunde durch eine einfache Suche parat hat bzw. sie wie im “echten” Leben auch hinter sich lassen kann?

Sich sogar vielleicht davon distanzieren? Im Sinne von “Nein, das war ich früher! Heute ist alles anders.”

Sicher wäre es das. Nur das ist meiner Meinung nach eben der “Preis” den man für soviel Fortschritt wie ihn das Internet bringt zu zahlen hat. Genau betrachtet ist es ja eigentlich gar nichts negatives. Der Benutzer wird genau genommen lediglich dazu animiert genauer über seine Tätigkeiten und weiterreichende Folgen nachzudenken. Es kursieren ja immer mal wieder Stories über Bewerbungsgespräche, in denen dann die Partyfotos von letztem Monat auf den Tisch gelegt werden. Klar gibt es das, nur das sind sicher auch die Extremfälle.

Es ist heute wichtiger denn je seine eigene digitale Identität mit Sorgfalt aufzubauen. Noch wichtiger ist aber der angemessene Umgang mit den Möglichkeiten des Internets. Oder sollte ich sie lieber Verlockungen nennen? Das trifft es wohl eher. Wo wir auch bei meinem aktuellen Lieblingsthema wären – Medienkompetenz. Bei einem halbwegs richtigen Umgang und Bewusstsein über sein eigenes Handeln in Bezug auf den Online-Auftritt kann man selbst schon einen großen Teil dazu beitragen das richtige Bild von sich online zu finden. Nicht umsonst gilt sie als Schlüsselkompetenz der digitalen Gesellschaft. Die Personen, die dies verstanden haben werden daraus eben Vorteile ziehen können.

Leander Wattig hat in diesem Zusammenhang auch vor kurzem einen interessanten Gedanken niedergeschrieben. Er spricht dort auch das “Vergessen” des Internets an. Genauer gesagt das Altern einer virtuellen Identität und damit das Zurücklassen der digitalen Vergangenheit.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon