Olaf Otto Becker: Above Zero

Dienstag, 16. März 2010 14:51

Ich bin ja ein Fan von außergewöhnlichen Foto- und Filmprojekten.

Yann Arthus-Bertrand mit “The earth from above” und “Home” aber auch “Unsere Erde” haben es mir ziemlich angetan. Vor einiger Zeit habe ich auch schon über Claudius Diemer geschrieben, der den Planeten aus dem Weltall in Szene setzt.

Vor kurzem bin ich auf ein weiteres Projekt dieser Art gestoßen. Der deutsche Fotograf Olaf Otto Becker war in Grönland unterwegs und hat sich dort den fast schon mystischen Eislandschaften gewidmet. Herausgekommen ist ebenfalls ein Bildband. Hier sind auch noch einige Bildbeispiele auf dem Band zu sehen. Alternativ noch ein Videoschnipsel mit kommentierten Eindrücken:

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Unter die Erde zum Discountpreis in Berlin – der-billigbestatter.de

Donnerstag, 11. März 2010 14:41

Letztes Jahr zur gleichen Zeit war ich im Rahmen meines Studiums bei MetaDesign in Berlin. Dort gabs von Uli Mayer-Johanssen persönlich eine gehörige Packung Input zum Thema Markenführung.

Wink mit dem Zaunpfahl: Markenführung bitte im Hinterkopf behalten. Denn die Bilder der Reise habe ich mir vor kurzem nochmal angeschaut und bin dadurch wieder auf einen speziellen Favoriten in dieser Hinsicht aufmerksam geworden:

Ich weis noch als ob es erst Gestern war wie wir sprachlos vor dieser “imposanten” Leuchtreklame standen und uns insgeheim fragten “WTF?”

Gab es nicht mal sowas wie Respekt, Pietät und Ehre? Wenn man zum Bestatter geht möchte man doch wohl etwas dezenter empfangen werden und nicht in ein Ladenlokal eintreten das die halbe Hauptstraße in sein gleißendes Licht taucht, oder? Drinnen wartet dann der “Verkäufer” mit dem Bonusgeschenk für den Jubiläumsbesucher auf einen oder wie? Gruselige Vorstellung.

Aber hier noch der Nachschlag:

erfolgreich – leistungsstark – preiswert lauten die Attribute die auf der Website beworben werden. AHA!

Ob diese Attribute nun zur “Marke” passen und dem Image förderlich sind möchte ich an dieser Stelle nun mal offen lassen.

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Cyberwar im Maßstab 1:32 – Battlefield Bad Company 2 Tank Commander

Sonntag, 28. Februar 2010 12:26

Am 05. März 2010 erscheint der neueste Titel der Battlefield-Reihe von EA -- Battlefield Bad Company 2.

Bis zum 25. Februar lief bereits die geschlossene Beta-Phase. Dort konnte man bereits einen exklusiven Eindruck in das kommende Spiel gewinnen und den Entwicklern Feedback über Gameplay und Bugs geben. Die begehrten Beta-Keys konnte man entweder durch Losverfahren oder durch die Vorbestellung der Limited-Edition bekommen -- clever um die Begehrlichkeit zu steigern, denn die Spielereihe genießt seit der Erscheinung einen sehr guten Ruf.

Positiv ist aber wirklich die Nähe zu den Usern anzumerken. Die Entwickler sind regelmäßig in den Foren anzutreffen und antworten auf Fragen, twittern Updates und auf Youtube und dem Blog werden neue Gameplay-Videos und Screenshots veröffentlicht. Kontakt zur Zielgruppe ist also recht umfangreich und glaubwürdig. Das kann ich aus eigener Erfahrung zumindest sagen. Bisher also gut inszeniert. Blicke hinter die Kulissen und in die Entwicklungsarbeit runden das Bild ab.

Wie man aber sicher unschwer erkennen kann klafft zwischen dem 25. Februar und dem 05. März eine Lücke. Was also tun wenn man durch die bisherige Kampagne rund um das Spiel so gefesselt ist, das man nicht weis wie man die Zeitspanne überbrückt? (nur ironisch gesprochen)

Kein Problem: Das Browsergame Battlefield Bad Company 2 Tank Commander. Dabei ist es kein gewöhnliches Browserspiel, wie die Making-of Fotos zeigen. Denn der Spieler steuert hierbei Panzermodelle die auf einem kleinen Schlachtfeld platziert sind.

Der Clou: Die Panzermodelle sind echt. Eine Webcam überträgt ein Livebild und über das Flash-Interface werden dann Steuerbefehle gegeben. Im Blog wird diese Art von Spiel als “das erste seiner Art beschrieben”. Selbst wenn nicht, trotzdem eine grandiose Idee. Mir ist soetwas bisher jedenfalls nicht bekannt. Als Sahnehäubchen können Besucher des Cineplex in Singapur den Aufbau auch live verfolgen. Witzigerweise sieht man auch zeitweise Menschen am Rand stehen oder vorbeigehen. Dieses kleine Schmankerl endet dann passend zum Release-Termin des eigentlichen Spiels und es werden für die fleißigsten Spieler noch Preise verlost -- leider nur in Singapur selbst.

Ich habe mir das Ganze auch mal aus der Nähe angeschaut:

Leider gibt es einen Haken (zumindest für mich aus Deutschland). Die Ping ist so hoch und die Bidlqualität der Webcam so unterirdisch schlecht das ich kaum eine Möglichkeit habe die Modelle zu steuern geschweigedenn etwas zu erkennen. Befehle kommen entweder gar nicht an oder werden Sekunden später umgesetzt. Dennoch habe ich es der Neuartigkeit wegen getestet und finde die Idee super. Ist eben mal was völlig anderes. An der Ausführung hapert es jetzt nur leider so stark das es einfach keinen Spaß macht.

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ATI – Wenn Marketing der Technik voraus ist

Donnerstag, 25. Februar 2010 12:05

Ich sitze hier und starre immer wieder gespannt auf aktuelle Preise. Die neue Grafikkarte steht schon längst fest. Es wird eine ATI Radeon der HD5000-Serie. Doch wo eigentlich Vorfreude sein sollte macht sich bei mir immer stärker Unmut und Ablehnung breit.

Aber der Reihe nach:
Im Oktober kündigt ATI die neueste Generation seiner Radeon-Serie an, die HD5000-Modelle. In der Zeit danach brennt ATI ein regelrechtes Modellfeuerwerk ab und überflutet den Markt mit Produktankündigungen. Mittlerweile ist das gesamte Portfolio auf die neue Modellgeneration umgestellt. Alle Modelle von Low-End bis High-End sind auf den Markt gespuckt und der Käufer hat die Qual der Wahl zwischen einer umfangreichen Modellvielfalt. Super Sache!

Dies gilt aber nur in der Theorie. Denn nun haben wir Ende Februar und die Karten sind immer noch Mangelware. Völlig überzogene Preise sind die Folge, teilweise 50% über UVP. Trauriges Beispiel: Eine HD5850 geht, UVP ca. 200 EUR, selbst online aktuell für ca. 250 EUR – 300 EUR über den Tisch. Sowas tut einfach nur weh!

Im Internet machen Meldungen die Runde, dass TSMC (Chiphersteller für die GPUs) akute Probleme mit der Chipausbeute der Highend-Modelle haben soll. Diese werden im brandneuen 40nm-Prozess gefertigt und die Ausbeute soll bei nur 20% liegen. So ist es kaum verwunderlich das der Markt, besonders bei den Highend-Modellen, nicht ausreichend bedient werden kann. Ist ja auch alles kein Problem, ist eben eine neue Technik und dem Wettbewerber um einiges voraus.

Wären da nicht Meldungen, dass eigentliche “Ausschuss-Chips” in eine abgespeckte Karte wandern sollen. So etwas verursacht nämlich bei mir einen akut unangenehmen Beigeschmack. Mit allen Mitteln behaupten wollen, man ist dem Wettbewerber voraus und hintenrum mit künstlich verknappten Beständen und aufgewärmten “Quasi-Neuheiten” das Geld aus den Kunden pressen.

Die momentane Marktsituation lässt so etwas aber auch leider hervorragend zu. Denn der einzige Wettbewerber, Nvidia, lässt schon länger mit einem echten Update der Produktpalette auf sich warten und wärmt stattdessen alte Chips wieder auf. Die wirkliche Neuheit, Fermi, wird aktuell mit Ende März gehandelt. Aber auch nur die HighEnd-Modelle. Somit lässt echter Wettbewerb weiter auf sich warten und es gibt keinen direkten Preis-Leistungsvergleich.

Zwischen den technischem Möglichkeiten und der Strategie der Marketingabteilung klafft hier eine deutliche Lücke. Klar hört es sich toll an, wenn man verkünden kann, das schon wieder eine neue Produktgeneration auf dem Weg ist. Läuft es aber so wie aktuell, dann mit akutem Jojo-Effekt. Ich kann nur für mich sprechen wenn ich sage, dass ich mir unter diesen Umständen keine neue Hardware zulegen werde. Aber ich denke da bin ich nicht alleine.

Ganz aktuell: Heute hat ATI die bereits in Gerüchten gehandelte HD5830 offiziell vorgestellt und sich damit meiner Meinung nach das nächste Eigentor geschossen (siehe Fazit des verlinkten Artikels). Wer kauft eine Karte, die 15-20% Mehrleistung bringt dabei aber um 60-70% teurer ist? Ich weis es nicht.

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Was ist Erfolg im Social Web?

Samstag, 26. Dezember 2009 12:30

Blickt man auf die Entwicklung des Internets bis zum heutigen Tag zurück erkennt man unschwer einen Wandel von der Vernetzung von Computern hin zur Vernetzung von Personen – Willkommen im Web 2.0. Individualisierte Angebote im Rahmen des Social Web sind besonders beliebt. Diesen Trend hat man auch im Marketing erkannt und spricht zurecht von einem Paradigmenwechsel (Vgl. u.a. Bruhn).

Marken, wohl eher die Berater, erkennen immer mehr das Potenzial welches sich im sagenumwobenen Social Web verbirgt und platzieren entsprechende Profile überall auf den einschlägigen Plattformen um sich diese willkommene Reichweitenverlängerung nicht entgehen zu lassen. Ist ja auch nichts weiter bei könnte man denken. Mal eben das Profil angelegt und schon können die Konsumenten der Marke huldigen indem sie zu Tausenden den “Fan werden”-Button drücken und so die Bekanntschaft der Marke weitertragen.

Ich beobachte das jetzt schon eine ganze Weile so. Für mich kristallisiert sich dabei immer stärker ein Kernaspekt heraus der über Erfolg bzw. Nichterfolg entscheidet und die Angelegenheit leider komplizierter macht als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Es muss nämlich der Unterschied zwischen “ich finde ein Profil gut” und “es sagt etwas über meine Gesinnung aus das ich das Profil von Marke XY gut finde” bedacht werden.

Der letztere Punkt ist wohl der erstrebenswertere. Leidet ist es aber auch so, dass an diesem Punkt das ungemein komplexe und zugleich empfindliche Thema “Image” haftet. Und das ist ein Aspekt der oft meiner Meinung nach vernachlässigt wird, dabei aber umso wichtiger wird je umfassender das “Social Web”-Angebot wird. Es ist eben doch mehr als “eben mal ein Profil online stellen” sich als Marke auf dieser Plattform zu präsentieren. Vielmehr muss es bei weiter fortschreitender Entwicklung als zusätzliches strategisches Instrument der Markenkommunikation betrachtet werden anstatt als “niche to have” Feature. Jeder Fan selbst ist doch gleichzeitig auch eine Aussage über die Marke.

Erfolg im “Social Web” ist also vor allem eine gezielte Verlängerung des Images der Marke. Audi, Apple, Barack Obama oder auch Nike sind gute Beispiele dafür (um mal einige spontane Beispiele zu nennen). Eine Person profitiert von dem Image dieser Marken indem die persönliche Einstellung teilweise auch über das Image der Marken transportiert und verstärkt wird.

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Konvergenz – ein Kategorisierungsversuch

Mittwoch, 16. Dezember 2009 12:46

Ein beliebtes Thema von Studien und Prognosen (PDF) scheint in letzter Zeit das Wort oder besser gesagt der “Metatrend” (um es in den Worten der BITKOM zu sagen) Konvergenz zu sein.

“Alles wächst zu einem großen Ganzen zusammen und alles wird überall zugänglich sein” heißt es in diesen Publikationen für meinen Geschmack häufig leider etwas schwammig. Da ich selbst schon mehrfach fragend vor den entsprechenden PDFs saß versuche ich nun mal diese Entwicklung zu präzisieren und aufzuschlüsseln.

Starten wir doch mal mit:

Was ist eigentlich Konvergenz?

  • Laut Duden ist es eine Annäherung, oder speziell im IT-Bereich das Zusammenwachsen von Medienkanälen.
  • Für Wiktionary ist es ein “näher kommen” oder auch “zusammenlaufen”.

So, jetzt ist erstmal das grundlegende Verständnis gleich. Ist ja eigentlich nichts besonderes. Spannend wird es allerdings wenn man jetzt den Begriff auf die generelle Medienentwicklung bezieht. Denn das macht die Sache schon etwas komplizierter. Plötzlich wird vieles über einen Kamm geschert und sorgt bei mir für Zuordnungsprobleme.

Meiner Meinung nach müsste zwischen mehreren Typen von Konvergenz unterschieden werden. Diese versuche ich nachfolgend mal exemplarisch darzustellen.

Technische Konvergenz

Vollzieht sich für mich im Rahmen der technischen Evolution. Beispiele dafür sind z.B. eine Kamere, die E-Mails empfangen kann, eine Armbanduhr mit Handyfunktionen oder als Klassiker das iPhone mit seinen diversen Multimediafähigkeiten und Antennen die wohl zu Genüge bekannt sein dürften.

Generell: Immer mehr Geräte werden in einem Gerät vereint und werden so zu einem Universalempfänger für alles.

Inhaltliche Konvergenz

Aus der technischen Konvergenz ergibt sich teilweise auch eine inhaltliche Konvergenz. Denn Inhalte können nun auch abseits von den klassischen Distributionswegen konsumiert werden. Ein einfaches Beispiel ist ein Laptop/ Computer womit sich Radio, Video, TV, Telefon usw. an einem Ort vereinen lassen.

Für inhaltliche Konvergenz sorgt aber in erster Linie die Digitalisierung. Denn dadurch sind alle Datenströme vereinheitlicht. Egal ob Telefon (Ton), TV (Bild+Ton), Radio (Ton), oder Text (z.B. SMS oder E-Mail) – alles liegt als digitale Daten vor und kann ohne Rücksicht auf Zuordnung zu Endgeräten distribuiert werden die auch alles davon lesen können. Einziger begrenzender Faktor ist die Rechenleistung des Endgeräts, was aber auch immer unwichtiger wird.

Durch die Digitalisierung wird aber auch noch etwas ganz anderes ausgelöst – Anbieter sind nun in der Lage auch ihren Nutzern all diese Multimediakanäle anzubieten. Populäres Beispiel ist für mich Facebook. Neben einem reinen sozialen Netzwerk werden auch Nachrichten, Bilderupload, Videoupload, Linkempfehlungen, Kontakte, Spiele, Chat usw. angeboten und vereinen so auch vieles an einem Ort.

Geografische Konvergenz

Letzter Faktor ist schließlich die durch das Internet immens gestiegene Reichweite und Geschwindigkeit der Informationsübermittlung und -verbreitung was sich in einer Art “geografischen Konvergenz” ausdrückt. Es ist plötzlich mehr oder weniger unerheblich an welchem Ort der Welt man sich aufhält. Das einzige was zählt ist die Anbindung ans Internet. Die Welt wächst also auch zu einem “großen Ganzen” zusammen.

Was haltet ihr davon? Sind die wesentlichen Strömungen erfasst? Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen sind herzlich willkommen!

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Kein Ende, eher Evolution – Zeitungskonzepte mit Zukunft

Freitag, 27. November 2009 15:07

Den heutigen Journalisten wird ja eine schwere Zeit prophezeit. “Das Ende des Qualitätsjournalismus” wird des öfteren proklamiert und vorausgesagt. Aber Extreme gibt es ja immer.

Ich versuche mich mal an einer etwas vorsichtigeren Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber wo fange ich am besten an? Vielleicht beim angeblichen Problemkind selbst: Print

Hier neben mir liegt gerade Die Zeit. Einmal wöchentlich erscheinend, über 100 Seiten stark. Letzten Monat konnte man wie auch im 2. Quartal 2009 eine erneute Rekordauflage verkünden. Klingt nicht gerade nach “dem Ende” oder?

Auf der anderen Seite kämpfen natürlich viele Verlage seit Jahren mit sinkenden Auflagen. Dies ist aber meist bei Tagesaktuellen Medien zu beobachten oder hat noch ganz andere Gründe. Ganz aktuell beweist Welt Kompakt mit dem neuen Konzept das es auch 2009 im Tagesgeschäft funktionieren kann.

Meiner Meinung nach liegt der Knackpunkt vor allem in der Art der Information die geboten wird. Die Abwanderung der Konsumenten in den digitalen Sektor (Nielsen, PDF) geht mit einer akuten Forderung nach Geschwindigkeit einher. Entweder der Leser erhält also die Info noch bevor sie “kalt” ist oder sie ist uninteressant. Mit Print kommt man da einfach nicht mehr hinterher wenn man z.B. versucht mit Twitter zu konkurrieren.

Zweiter wichtiger Punkt ist die Zuwendung zum sozialen Umfeld. Infos werden vor allem aus direkten Empfehlungen entnommen die aus dem unendlichen Vorrat des Internets ausgegraben werden.

Einen Haken hat die Sache aber. Schlauer wird man nur bis zu dem Punkt, an dem man sich vom Informationsgehalt im Kreis dreht. Denn vielfach wird auch einfach redundant verlinkt und eigentlich alte Dinge als neu verkauft.

Was also tun? Ich sehe da konkret zwei Wege die offensichtlich auch in der Praxis funktionsfähig sind:

  1. Man macht es wie Die Zeit und bietet Content den “die Internetgemeinde” (so nenne ich sie frecherweise einfach mal um den Unterschied plakativer zu machen) nicht bieten kann. Das sind Hintergrundberichte, Detailinfos und Verweis auf Auswirkungen in einem viel größeren Dimension als man teilweise erahnen kann ohne entsprechende Kontakte. Kurz: Man liefert exklusiven Content dessen Lektüre einen wirklichen Informationszuwachs verspricht und einem höheren Ziel dient (Sozialisation).
  2. Man macht es wie die Welt Kompakt und verknüpft “herkömmlichen” Content mit interaktiven Features und macht die Tageszeitung zu einem kleinen interaktiven Spielplatz (QR-Codes). Etablierung eines Zusatznutzens also.

Generell würde ich sagen die Leser wenden sich von allem ab, was sie auch gratis oder selbst erreichen können. Bei den obigen zwei Wegen sind aber Privatpersonen die Hände mehr oder weniger gebunden. Denn solche Aspekte sind nur in einem größer angelegten Rahmen umsetzbar. Für mich ist das also eher eine Auslese und Verlagerung der Verhältnisse und kein “Ende”. Am Ende werden nur die sein die sich nicht neuen Verhältnissen anpassen wollen.

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Das Internet vergisst nie – sollte es besser?

Samstag, 21. November 2009 10:28

Die Menschen sind schon ein lustiger Haufen. Zufriedenheit ist eigentlich ein Fremdwort. Die Lage kann noch so perfekt sein – Einen Aspekt zum meckern findet man dennoch immer.

So ähnlich ist das auch mit dem Internet. Es hat für eine Menge an positiven Veränderungen gesorgt. Wir leben heute in einem Schlaraffenland aus Informationen. Wie jede gute Sache gibt es aber auch hier einige Kehrseiten die es in sich haben.

Eine davon ist auf jeden Fall das potenziell unendliche Gedächtnis. Inhalte die einmal online sind werden es dort auch aller Wahrscheinlichkeit nach für immer bleiben. Und selbst wenn der User etwas löscht existieren immer noch unkontrolliert viele Backups bzw. andere User haben es auf ihren eigenen Rechner kopiert und laden es freundlicherweise wieder hoch.

Um dieses hydraähnliche Verhalten hat sich inzwischen eine eigene kleine Industrie gebildet. Reputationsmanagement nennt sich das. In manchen Fällen ist aber selbst ein Profi machtlos weil die Inhalte bereits auf zig anderen Servern kopiert liegen. (Newsaggregatoren z.B.)

Wäre es nicht von Vorteil wenn man online seine (unter Umständen nicht perfekte) Vergangenheit nicht jede Sekunde durch eine einfache Suche parat hat bzw. sie wie im “echten” Leben auch hinter sich lassen kann?

Sich sogar vielleicht davon distanzieren? Im Sinne von “Nein, das war ich früher! Heute ist alles anders.”

Sicher wäre es das. Nur das ist meiner Meinung nach eben der “Preis” den man für soviel Fortschritt wie ihn das Internet bringt zu zahlen hat. Genau betrachtet ist es ja eigentlich gar nichts negatives. Der Benutzer wird genau genommen lediglich dazu animiert genauer über seine Tätigkeiten und weiterreichende Folgen nachzudenken. Es kursieren ja immer mal wieder Stories über Bewerbungsgespräche, in denen dann die Partyfotos von letztem Monat auf den Tisch gelegt werden. Klar gibt es das, nur das sind sicher auch die Extremfälle.

Es ist heute wichtiger denn je seine eigene digitale Identität mit Sorgfalt aufzubauen. Noch wichtiger ist aber der angemessene Umgang mit den Möglichkeiten des Internets. Oder sollte ich sie lieber Verlockungen nennen? Das trifft es wohl eher. Wo wir auch bei meinem aktuellen Lieblingsthema wären – Medienkompetenz. Bei einem halbwegs richtigen Umgang und Bewusstsein über sein eigenes Handeln in Bezug auf den Online-Auftritt kann man selbst schon einen großen Teil dazu beitragen das richtige Bild von sich online zu finden. Nicht umsonst gilt sie als Schlüsselkompetenz der digitalen Gesellschaft. Die Personen, die dies verstanden haben werden daraus eben Vorteile ziehen können.

Leander Wattig hat in diesem Zusammenhang auch vor kurzem einen interessanten Gedanken niedergeschrieben. Er spricht dort auch das “Vergessen” des Internets an. Genauer gesagt das Altern einer virtuellen Identität und damit das Zurücklassen der digitalen Vergangenheit.

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RED EPIC-X – Ist Video das bessere Foto?

Dienstag, 17. November 2009 8:30

Bevor es losgeht hier vorab ganz kurz die wichtigsten technischen Daten die für das Verständnis des folgenden Artikels evtl. hilfreich sind:

  • Megapixeltechnisch ist der Stand der Technik bei Digital-Spiegelreflex aktuell 24MP (z.B. Nikon D3X)
  • Serienbilder schießt Nikons Flaggschiff D3S mit 11 Bilder/Sek., Canon mit 10 Bilder/Sek.
  • Fast alle Hersteller von digitalen Spiegelreflex-Kameras bauen mittlerweile eine HD-Videofunktion (720p oder 1080p) als Zusatzfeature in ihre Geräte ein
  • Hasselblad usw. lasse ich mal außen vor weil diese Kameras einen anderen Anspruch verfolgen

Worum es mir aber geht ist das hier. RED, bekannt für seine wahnwitzig ambitionierten Kamerakonstruktionen, hat einen Teil seiner Ankündigungen aus der Vergangenheit wahr gemacht und eine Videokamera vorgestellt, die in der Lage ist 5220 x 2740 Pixel Videoauflösung bei 1-100 fps zu liefern. RED nennt das “5K”.

Den neuen Sensor kurz in eine Suchmaschine eingegeben und man stößt auf diese Testbilder.

5220 x 2740 Pixel. Das sind 14,3 Megapixel. Das schafft heute so mache “echte” Fotokamera nicht bzw. nur mit unansehnlichem Rauschen weil die Technik zu Werbezwecken überstrapaziert wurde. Die Bildqualität und Tiefenschärfe sind ebenfalls konkurrenzfähig mit einer Fotokamera.

Noch kostet das Ding zwar mind. 28000$ und ist auch ein Prototyp. Doch ein ehemaliger Großrechner ist heute auch auf die Größe eines Handyprozessors geschrumpft. Ja ich weis, der Vergleich ist überstrapaziert, einmal musste er aber noch herhalten.

Für mich liegen die Vorteile auf der Hand wenn Video und Foto sich annähern und vielleicht in ganz ferner Zukunft auch mal verschmelzen. Zukünftig filmt man einfach ein Motiv mit 100 fps und sucht sich dann den perfekten Frame als Bild raus. Wie oft habe ich mich schon geärgert, dass ich genau VOR und NACH dem besten Bild ausgelöst habe.

Hier noch etwas zum träumen:

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Spam – Die dumme Art zu nerven, von Twitter

Freitag, 13. November 2009 14:21

091113-Twitter_spam

Es gab mal eine Hochzeit in der ich eine dreistellige Anzahl an Spam-Mails pro Tag erhalten habe. Diese Zeit ist glücklicherweise vorbei. Nach aktuellen Zahlen von Bitkom scheinen aber immer noch mehr als 90% des Mailverkehrs aus Spam zu bestehen. Ich scheine da also eine Ausnahme zu sein, denn mein Verhältnis von Spam zu echten Mails liegt aktuell bei nur ca. 20%. Und das obwohl meine E-Mail-Adresse frei im Web zu finden ist.

Jetzt gibt es da ja so eine tolle Erfindung wie Twitter. Dort bekommt man mehr oder weniger “persönlich” Inhalte empfohlen von Personen denen man folgt (Following). Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger Benachrichtigungen von Twitter, dass Person XY mir nun folgt. Schaue ich nur kurz auf die Details dann weis ich das das nicht ernst gemeint sein kann (siehe Bild oben).

“Klassischen” Spam erhalte ich wie bereits erwähnt nur noch sehr wenig. Nur was ist eigentlich Spam? Für mich ist das eine E-Mail die keine Bedeutung für mich hat und deren Inhalt ich ohne gefragt zu werden zugestellt bekomme. Das Interesse beim Rezipienten ist gleich Null und sie wandert nach spätestens einer Sekunde in den Papierkorb. So auch bei den Auszügen aus den Twitter-Benachrichtigungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es kaum möglich ist mehr als 50 Personen/ Institutionen bei Twitter wirklich aufmerksam zu folgen und den geposteten Links auch wirklich nachzugehen. Es sei denn man hat dies als Hauptbeschäftigung auserkoren. Wie man aber an den Screenshots oben sehen kann werden vermutlich einfach nur Tags von Bots gefiltert und dann der User hinter dem Tweet als “Following” hinzugefügt. Gefestigt hat sich diese Vermutung nach folgenden Tweet:

091113-Twitter_hashtag

Unmittelbar danach habe ich vier solcher E-Mails im Posteingang gehabt. Ich denke einmal aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt sehr aktuellen Themas und dann aber auch wegen des Hashtags #Apple.

Meiner ständig schwankenden Anzahl an Personen die mir bei Twitter folgen entnehme ich außerdem, dass dies wohl noch einigen anderen Leuten so geht und diese Personen melden. Ich habe mich lange gegen Twitter aus mehreren Gründen verweigert, habe es dann aber doch als wertvolle Informationsquelle für die Recherche entdeckt. Das Thema Spam war mir aber von Anfang an negativ aufgefallen.

Diese penetrante Art andere Leute auf sich aufmerksam zu machen halte ich für äußerst dumm. Twitter ist ein hochpersönliches Medium. Die Effektivität basiert fast vollständig auf dem gezielten Auswählen von Leuten die für einen selbst etwas relevantes zu sagen haben (So nutze ich jedenfalls Twitter). Auf die Weise wie es bei Twitter aber immer mehr zur Marotte wird sind wir wieder beim Spamniveau von vor 10 Jahren angekommen. Man wird zugeballert mit Informationen die man nicht haben will und ist nur noch genervt. Glücklicherweise kann man die Benachrichtigungen über neue Floower ja abstellen. Mir geht es aber mehr um die Art auf sich aufmerksam zu machen.

Klar müssen auch die Spammer (hört sich ja fast schon an wie ein Beruf) mit der Zeit gehen und sich neue Wege suchen ihren Müll an die Leute heranzutragen. Nur vielleicht sollten sie da nochmal etwas besser überlegen ob das wirklich der richtige Weg ist. Vierstellige Following-Zahlen halte ich selbst für sehr unglaubwürdig und sind für mich immer ein klares Anzeichen dafür, dass die betreffende Person (ich rede nicht von News-Aggregatoren! – z.B. für den Raum Köln) entweder nur aus “Nettigkeit” mir auch folgt oder es pures heischen nach Aufmerksamkeit ist.

Achja, Spam in sozialen Netzwerken ist genauso ineffektiv…

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