Donnerstag, 23. Juli 2009 12:17
Vor einigen Tagen wagte der beliebte Social-bookmarking Dienst Digg einen Schritt in Richtung Traffic-Optimierung hinsichtlich der eigenen Seite. Der eigene Dienst zur URL Verkürzung verlinkte ab sofort nur noch für angemeldete Nutzer auf die gewünschte Seite, alle anderen landeten auf der Startseite.
Sofort kam es zur Aufruhr unter den Nutzern. Die ganze Geschichte endete in einem Blogeintrag von Digg in dem zu dem Sachverhalt Stellung genommen wurde.
Insgesamt ein sehr schönes Beispiel für die Erstarkung der Nutzerschaft. Geheimhaltung und auf Nichtentdeckung hoffen funktioniert immer seltener. Bei einem Dienst wie Digg sinkt diese Chance gegen Null würde ich fast behaupten, da man ja nunmal “Social bookmarking” anbietet (also vernetztes Bookmarken und darauf aufbauende Ranglisten nach Beliebtheit). Schwächen bzw. Ungereimtheiten werden gnadenlos aufgedeckt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen kommentiert.
Wenn man wie Digg seinen Unternehmenswert aus der Qualität der gebookmarkten Links bezieht gibt man auch gleichzeitig eine Menge Kontrolle in die Hand der User. Wie man an den Reaktionen sehen kann fordern die User dann auch im Gegenzug Mitendscheidungsrecht bei Entscheidungen die ihre Belange betreffen und wollen ihre Wünsche berücktsichtigt sehen.
In der Zukunft wird es sicher noch wichtiger werden, einen sauberen Umgang mit solchen Zwischenfällen zu pflegen und für die Betroffenen zufriedenstellend zu klären. In meinen Augen ist vor allem Schnelligkeit und Aufrichtigkeit wichtig. In solch einer Situation helfen keine logischen Beweisketten o.ä. mehr. Wenn man wirklich etwas fragwürdiges in die Wege geleitet hat und die Reaktionen derart emotional sind hilft ein einfaches “Sorry, mein Fehler” bei weitem mehr. Vor allem müssen die Rückmeldungen der Community effizient und schnell verfolgt werden um eine Reaktion vor dem überkochen der Stimmung parat zu haben.
