Google StreetView, das rote Tuch bei Datenschützern schlechthin. Hat Google nun etwa ein Einsehen? Schließlich ringt man doch u.a. in Deutschland bis Heute mit den Datenschützern um die Rahmenbedingungen für die flächendeckende Umsetzung und die Verfassungskonformität.
Bei mir entsteht eher der gegenteilige Eindruck. Das Prinzip wird zwar liebevoll dargestellt mit dem kleinen knuffigen Roboter, der sich Tag und Nacht unermüdlich für die Wahrung der Privatsphäre einsetzt. Mit der Realität hat das aber wenig zu tun finde ich.
Stößt man etwa auf stärkeren Widerstand beim Thema StreetView? Nur so kann ich mir den Kuschelkurs erklären der bei der Visualisierung eingeschlagen wird. Vielleicht versucht man ja auch nur die User für die Zustimmung zu mobilisieren. Das Video ist zwar von Google Japan, das Problem bleibt jedoch das gleiche. Ein zweischneidiges Schwert.
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Autor: Simon
Nach der umstrittenen Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad im Iran halten die Proteste gegen die Regierung an. Unter Lebensgefahr leisten die Gegner immer noch erbitterten Widerstand gegen das umstrittene Wahlergebnis.
Ich möchte dies zum Anlasse nehmen um in diesem Zusammenhang über die zunehmende Verschmelzung, Atomisierung und ständige Verfügbarkeit der Medien zu schreiben. Bitkom nennt es z.B. die „Metatrends“ (Achtung, PDF). Wie das aktuelle und leider auch erschreckende Beispiel zeigt lassen sich die Nutzer von Medien nicht mehr wirkungsvoll bevormunden und lenken. Vielfach wurde bereits im Bezug auf Entertainment darüber gesprochen. Im Iran kann man dieses Phänomen und die Auswirkungen nun aber im Ernstfall beobachten.
Mit aller Gewalt versucht die iranische Regierung Meldungen über die eskalierte Lage zu unterdrücken – ohne Erfolg. Mehrfach wurde bereits über Twitter als Medium der Wahl für die Protestbewegung berichtet, da u.a. Handynetze gestört werden um die Kommunikation zu erschweren.
Immer mehr Nachrichten dringen nach außen und die Welt erhält einen multimedialen Einblick in die Lage vor Ort. Die entsprechenden Plattformen wie Facebook (jetzt auch auf persisch), Googles Sprachtools (auch auf persisch) oder Youtube (mit Citizentube) leisten ihren ganz eigenen Beitrag zur Verwässerung der Autorität des Staates. Noch vor zehn Jahren wäre ein solch großes Publikum für einen einfachen Bürger undenkbar. Jetzt in der Krise profitieren sie davon und können sich immenses Gehör verschaffen. Die Zugriffszahlen auf die Videos bestätigen das riesige öffentliche Interesse indes nur.
Dies zeigt sehr anschaulich wie dicht und vielfältig das Netz aus den verschiedensten Medienkanälen bereits ist. Es ist nicht mehr möglich den Drang zu unterdrücken sich mitzuteilen und eine ungefilterte Botschaft zu versenden. Selbst wenn eine Möglichkeit unterbunden würde stünden eine Vielzahl weiterer Kanäle bereit oder werden selbst geschaffen.
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Autor: Simon
Schaut man sich die Marktverteilung im Suchmaschinensektor an blickt einem ja seit Jahren das vertraute Bild entgegen. Google ist auf Platz 1, danach kommt lange nichts. Danach kommt immer noch nichts, dann kommt Yahoo und dann schlagen sich die Wettbewerber um die Zehntel-Prozentwerte. Auch ich trage momentan meinen Teil zur Marktposition von Google bei, da es die Suchmaschine meiner Wahl ist.
Nachdem die nun vierte Generation des Microsoft Suchdienstes, der nun „Bing“ heißt, an den Start gegangen ist und für Aufsehen gesorgt hat habe ich mich zu einem ausgiebigen Test entschlossen. Nach zehn Tagen und unzähligen Suchanfragen kann ich eine Bilanz ziehen.
Gesamturteil: bei mir hat es hat nicht „Bing“ gemacht. Die Versprechungen die der Spot (siehe unten) weckt sind bei mir nicht eingelöst worden.
Es gibt zwar eine Menge positiver Aspekte bei Bing, wie:
Bing liefert über weite Strecken brauchbare Ergebnisse.
Oft keine sieben- oder gar achtstelligen Ergebnislisten, sondern eine kleine aber feine Auswahl
Gute Funktionen zur weiteren Verarbeitung der Suchanfrage
Auch indirekte Zusammenhänge werden angeboten (Bilder, die zu einem Text von einem bestimmten Autor gehören)
Bei der Videosuche werden auch andere Videoplattformen angeboten (Stichwort Neutralität)
Bildoptionen zur schnellen Verfeinerung der Suche
All diese Punkte verlieren für mich allerdings ihre Relevanz wenn es um die Ergebnisqualität geht. Hier liegt die für mich gravierendste Schwäche von Bing. Ein Abgleich mit Google offenbart leider manchmal krasse Lücken in den Ergebnissen. Dies soll nicht heißen, dass Google die Messlatte für alles ist – das wäre mehr als naiv. Nur hat meine Erfahrung gezeigt, dass die mit Google recherchierten Quellen zum überwiegenden Teil vollständig und umfassend sind.
Darüber hinaus fördert die Aufmachung mit der großflächigen täglich wechselnden Abbildung den Eindruck, dass damit eher „Gelegenheitssucher“ angesprochen werden sollen. Wo aber bleiben die Leute, die auf diesen Schnick-Schnack keinen Wert legen und nur die nüchternen Ergebnisse sehen wollen? Microsoft sperrt so die Intensivnutzer aus bzw. schreckt diese ab.
Etwas relativierend für die negative Kritik könnte man den aktuellen Beta-Status der Seite sehen. Durch die begleitende mediale Inszenierung und die dadurch geweckten Erwartungen werde ich das Gefühl aber nicht mehr los, dass man hier mit den Versprechungen einfach über das Ziel hinaus geschossen ist. Nichts desto Trotz ist Bing die bisher gelungenste Alternative zu Google möchte ich behaupten.