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Sind Computerspiele eine interaktive Filmform der Zukunft?

Sonntag, 25. April 2010 13:41

Computerspiele haben in jüngster Zeit einen gewaltigen Schub erlebt. Man schaue sich nur die nach einander getoppten Alltime-Verkaufsrekorde von GTA 4 und Call of Duty: Modern Warfare 2 an. Beide haben für mich eins gemeinsam: Eine packende und intensive Story, in die man reingesogen wird und vor allem spannende Charaktere die Identifikationspotenzial besitzen. Beides Elemente aus dem Film. Ein Blick auf einen Trailer bestätigt dies:

Auch von der Dramaturgie und Kameraführung wirken diese Trailer keinesfalls mehr “unüberlegt”. Ein besonders gutes Beispiel ist hier der Launch-Trailer von Crysis finde ich -- blendet man die Computergrafik aus, dann könnte das auch gut ein Trailer für einen Film sein. Erzählweise, Schnitt und Komplexität der Story sind auf einem sehr hohen Niveau. Der Übergang zum Film verwischt zunehmend finde ich.

Auffällig ist dabei: Immer mehr neue oder angekündigte Spiele nutzen derartige Elemente. Das ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber “älteren Spielen”. Die Industrie scheint hier gezielt zu investieren. Jüngstes Beispiel: Die Story für “Crysis 2″, dem Nachfolger des Grafikmonsters Crysis, wird von einem Bestseller-Science-Fiction-Autor entwickelt. Die immer perfekter werdende Grafik steuern ihr übriges zum Paket dazu. Man schaue sich nur die mittlerweile auch schon zwei Jahre alte “CryEngine 2″ an um einen wagen Ausblick zu erhalten was in sehr naher Zukunft möglich sein wird. Der Nachfolger ist ja auch schon bereits angekündigt.

Ich versuche mich abschließend mal an einem ganz bescheidenen Zukunftsszenario (fast alles davon ist schon erhältlich): Man sitzt (oder steht, denn das Controllerkonzept der Wii kommt ja auch auf andere Konsolen) mit seiner Playstation 4 am Bildschirm mit Ambilight und greift phasenweise in eine perfekt inszenierte Story ein die man über das Internet im Multiplayer mit seinen Freunden durchlebt -- in 3D natürlich. Diesen Grad an Immersion muss einem erstmal einer beim Film bieten, gar nicht so einfach.

Thema: Fotografie / Film | Kommentare (1) | Autor: Simon

Das Internet vergisst nie – sollte es besser?

Samstag, 21. November 2009 10:28

Die Menschen sind schon ein lustiger Haufen. Zufriedenheit ist eigentlich ein Fremdwort. Die Lage kann noch so perfekt sein – Einen Aspekt zum meckern findet man dennoch immer.

So ähnlich ist das auch mit dem Internet. Es hat für eine Menge an positiven Veränderungen gesorgt. Wir leben heute in einem Schlaraffenland aus Informationen. Wie jede gute Sache gibt es aber auch hier einige Kehrseiten die es in sich haben.

Eine davon ist auf jeden Fall das potenziell unendliche Gedächtnis. Inhalte die einmal online sind werden es dort auch aller Wahrscheinlichkeit nach für immer bleiben. Und selbst wenn der User etwas löscht existieren immer noch unkontrolliert viele Backups bzw. andere User haben es auf ihren eigenen Rechner kopiert und laden es freundlicherweise wieder hoch.

Um dieses hydraähnliche Verhalten hat sich inzwischen eine eigene kleine Industrie gebildet. Reputationsmanagement nennt sich das. In manchen Fällen ist aber selbst ein Profi machtlos weil die Inhalte bereits auf zig anderen Servern kopiert liegen. (Newsaggregatoren z.B.)

Wäre es nicht von Vorteil wenn man online seine (unter Umständen nicht perfekte) Vergangenheit nicht jede Sekunde durch eine einfache Suche parat hat bzw. sie wie im “echten” Leben auch hinter sich lassen kann?

Sich sogar vielleicht davon distanzieren? Im Sinne von “Nein, das war ich früher! Heute ist alles anders.”

Sicher wäre es das. Nur das ist meiner Meinung nach eben der “Preis” den man für soviel Fortschritt wie ihn das Internet bringt zu zahlen hat. Genau betrachtet ist es ja eigentlich gar nichts negatives. Der Benutzer wird genau genommen lediglich dazu animiert genauer über seine Tätigkeiten und weiterreichende Folgen nachzudenken. Es kursieren ja immer mal wieder Stories über Bewerbungsgespräche, in denen dann die Partyfotos von letztem Monat auf den Tisch gelegt werden. Klar gibt es das, nur das sind sicher auch die Extremfälle.

Es ist heute wichtiger denn je seine eigene digitale Identität mit Sorgfalt aufzubauen. Noch wichtiger ist aber der angemessene Umgang mit den Möglichkeiten des Internets. Oder sollte ich sie lieber Verlockungen nennen? Das trifft es wohl eher. Wo wir auch bei meinem aktuellen Lieblingsthema wären – Medienkompetenz. Bei einem halbwegs richtigen Umgang und Bewusstsein über sein eigenes Handeln in Bezug auf den Online-Auftritt kann man selbst schon einen großen Teil dazu beitragen das richtige Bild von sich online zu finden. Nicht umsonst gilt sie als Schlüsselkompetenz der digitalen Gesellschaft. Die Personen, die dies verstanden haben werden daraus eben Vorteile ziehen können.

Leander Wattig hat in diesem Zusammenhang auch vor kurzem einen interessanten Gedanken niedergeschrieben. Er spricht dort auch das “Vergessen” des Internets an. Genauer gesagt das Altern einer virtuellen Identität und damit das Zurücklassen der digitalen Vergangenheit.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Aus der Print-Krise mit neuen Nischen

Mittwoch, 14. Oktober 2009 16:21

Gruner + Jahr geht neue Wege bei seinen Druckerzeugnissen. Ab diese Woche stehen dem Leser im Zeittungsregal drei neue Männermagazine zur Auswahl. Das Verlagshaus will damit neue Nischen erreichen. Die Objekte der Begierde für die Leser sollen im Einzelnen sein: Gala Men, Business Punk und Beef!. Die einzelnen Zeitschriften richten sich anscheinend gezielt an eine kleine Zielgruppe, was schon die Slogans erkennen lassen:

Gala MEN – Die erste Gala für Männer mit Stil

Business Punk -Work Hard. Play Hard.

Beef! – Für Männer mit Geschmack

Mein Eindruck: MUTIG! – Steht das Verlagshaus doch nicht gerade optimal dar bezüglich seiner Bilanz. Erstaunlich finde ich den Testlauf mit gleich drei Nischenansätzen. Nur ob diese Maßnahme entscheidend zur Besserrung der Situation beiträgt ist fraglich. Denn kleine Nischenprodukte sind leider die teuerste Variante der Zielgruppenansprache.

Nach Abklingen der ersten Aufregung wird sich zeigen ob die Konzepte Potenzial haben und es tatsächlich so viele alternative Typen von Männern gibt die die Ausgaben auch wirklich kaufen.

Thema: Sehenswertes | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Freemium – Erfolgsmodell für Digitalcontent?

Samstag, 10. Oktober 2009 10:57

Das Konzept scheint einfach und erfolgversprechend – biete exklusiven Content gut verschlüsselt in einem exklusiven Mitgliederbereich an und bitte deine Interessenten dafür zur Kasse. Diese zahlen dafür natürlich gerne, denn sie erhalten ja auch eine entsprechende Gegenleistung. Auf kurze Sicht bringt diese Art der Bindung wirklich den erhofften Geldfluss und funktioniert in der Theorie auch. Langfristig ist dies aber fraglich und praktisch gibt es dabei einige Tücken.

Ein spontanes Beispiel: Der lange Trudelkurs der Times mit paid-content, bis schließlich das Online-Archiv doch frei zugänglich war.

“Das Ende der klassischen Medien” … “Das Internet macht alles kaputt” höre ich schon die Gegenseite schreien…

Meine Theorie: Keiner ist schuld daran, es ist lediglich eine Verkettung von aufeinander aufbauenden Umständen, denn:

Das Internet ist gekennzeichnet durch einen hochgradigen Überfluss an allem. Nahezu alles ist auffindbar und das auch noch vielfach redundant. In jedem Markt ist Preisverfall die logische Folge bei einem Überangebot. Warum also nicht auch im “Markt” des Informationsangebots. Im Fall des digitalen Contents ist einfach nur die absolute Null-Grenze erreicht.

…Erneuter Aufschrei… OK, OK eine Einschränkung:

Es wäre sicherlich falsch, die Inhalte der Times, Zeit, Spiegel und des Handelsblatts etc. (alles nur exemplarisch) mit frei zugänglichen Inhalten gleich zu setzen die womöglich auch noch auf eigener Meinung basieren.

ABER: Auch in dieser Hinsicht hat sich die Situation verändert. Noch vor einigen Jahren von Jean-Remy von Matt als “Klowände des Internets” beschimpft, haben sich Blogs einem starken qualitativen Wandel unterzogen. Unternehmen, Manager und Anwälte führen mittlerweile auch Blogs und liefern damit teilweise hochinformativen Input. Über die experimentelle Meinungsäußerung von einigen Teenagern in Gründerzeiten von blogger geht dies weit hinaus. Über Verlinkungen auf die Nachrichtenseiten von diesen professionellen (teils hochfrequentierten) Blogs aus profitieren plötzlich also auch die “Großen”.

Wo ist also der Haken die Inhalte zugänglich zu machen? Die potenziell unendlichen Verlinkungen bedeuten ein Vielfaches an Seitenbesuchern gegenüber den zahlenden Kunden auch wenn auf den ersten Blick etwas “umsonst” hergegeben wird.

Ich versuche mal ein Profil von einem durchschnittlichen Informationssuchenden zu erstellen. Auf der Suche nach Informationen bemüht dieser im ersten Schritt eine Suchmaschine seiner Wahl. Dann

  • möchte er unkompliziert und schnell an den gewünschten Input gelangen.
  • bedeuten Anmeldevorgänge sofort das Aus für die betreffende Seite wo die Information stehen könnte da andere es einfacher anbieten.
  • scheiden alle kostenpflichtigen Angebote sofort aus, da es mindestens ein anderer auch gratis bietet
  • steht der Inhalt im Vordergrund und erst dann die Seite selbst so lange die Quelle stimmt. Die Erfahrung hat ihm gezeigt, das es mittlerweile im Internet genug qualitativen Content gibt und die Verfasser auch unter “Leistungsdruck” stehen und sich gegen andere profilieren wollen.
  • sind Verweise auf Nachrichtenquellen in einem Artikel eine willkommene Anreicherung. (Hier schließt sich der Kreis)

Das eigentlich interessante Geschäft ist doch nicht das mit den Endkunden, sondern die Bindung von ganzen Nutzergruppen. Die dort untereinander gegebenen Empfehlungen sind darüber hinaus nochmals ein Vielfaches von Adclicks wert. Wieso also nicht eine Basisversion frei zur Verfügung stellen und als Bonbon noch denen einen Exklusivpaket schnüren, die nicht genug bekommen können? Voila: Freemium (Verschmelzung aus “Free” und “Premium”)

Bei vielen Webdiensten funktioniert es, wieso also nicht auch bei digitalen Inhalten?

Zwei prominente Beispiele aus der Musikbranche sind das kostenlose Nine Inch Nails Album mit optionaler kostenpflichtiger Special Edition und das Live-Album von Coldplay.

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Guido Westerwelle “…es ist Deutschland hier.”

Mittwoch, 30. September 2009 14:07

Das Internet hat nach der Bundestagswahl einen neuen Feind gefunden den man mit Genuss vor sich hertreibt: Guido Westerwelle von der FDP.

Nach dem überraschend positiven Wahlergebnis für die “drei kleinen” Parteien FDP, Linke und die Grünen (alle über 10%) am vergangenen Sonntag kristallisiert sich aktuell Guido Westerwelle von der FDP als Außenminister heraus. Eine erste Pressekonferenz hat er auch schon abgehalten. Bei dieser gab es jedoch einige Probleme.

Aktuell wird dieser Auftritt von ihm auf eine mehr oder weniger direkte Art ausgiebig zerrissen (siehe auch related links bei YouTube). Eine Stellungnahme bleibt bislang aus. Um nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren (vielleicht sogar den letzten Rest) müsste dies schnellstens passieren.

Die Stimmung war vor dieser Aktion ja schon nicht gut, erzeugt durch allerhand Arroganz beim Auftritt in der Öffentlichkeit und Stellungnahme zu unangenehmen Fragen von seinen Kollegen. Aber das jüngste Beispiel dürfte wohl die nächste Eskalationsstufe der Imagehavarie einläuten.

Wie kann man als geschulter Medienprofi so etwas auf einer Pressekonferenz von sich geben? Beim Anblick solcher Hilflosigkeit kommen mir die Tränen. Selbst ein Amateur könnte sich die Konsequenzen ausmalen die dieses Verhalten mit sich bringt -- Er anscheinend nicht.

Das Verhalten von Guido Westerwelle treibt einen spürbaren Keil zwischen die Bevölkerung und ihn. Eigentlich sollte eine Pressekonferenz ja für positiven Gesprächsstoff sorgen den die Presse gerne weiterträgt.  Stattdessen macht er sich zum Gelächter von Deutschland und wahrscheinlich auch darüber hinaus.

Ich bin gespannt wie die Lösung dieses Imageschadens aussieht.

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Identitätsmangel der Politik

Sonntag, 27. September 2009 14:54

Aus ganz aktuellem Anlass (heutige Bundestagswahl) versuche ich meine Gedanken zu einem Thema in Worte zu fassen das ich nun schon einige Zeit beobachte – Die Diskussion um die Wahlbeteiligung. Schon lange wird in Deutschland ein stetiger Rückgang der Wahlbeteiligung beklagt, bei vielen Wahlen werden neue Negativrekorde erreicht.

Die Ursache dieser Entwicklung ist sicher in einer Vielzahl von Gründen zu suchen. Kritik ist darüber hinaus immer einfach, die Verbesserung stets ein Kraftakt. Also für was steht Politik eigentlich? Eine wesentliche Aufgabe besteht für mich darin, den Menschen eine Vision aufzuzeigen und durch dieses klare mittel- bzw. langfristige Ziel eine einzigartige Identität auszustrahlen mit der man sich identifiziert.

Die aktuelle Politik leidet für mich vor allem unter einem Identitätsmangel. Der Bezug einer klaren Position mit eindeutigen Aussagen fehlt. Die Strahlkraft, durch das transportierte Image der Bevölkerung Rückhalt zu bieten und sie ihre Stimme in gutem Gewissen abgeben zu lassen – Kurz gesagt, eine Leitfigur fehlt. Es gibt zwar Spitzenkandidaten die ganz vorne ins Rennen geschickt werden. Diese leiden aber unter den nicht prägnant genug formulierten Zielen der Parteien wie ich finde. Der Identitätsmangel wird in Teilen auch dadurch erzeugt, dass kein adäquater Umgang mit zeitgemäßen Medien erfolgt.

Ich mache das an einem hohen Anteil an Spontanwählern fest. Die vielfältigen Ansätze selbst etwas zu bewegen bzw. sogar Parodien (um nur einige prominente Beispiele zu nennen: Piratenpartei, Die Partei, Online-Petition von Franziska Heine, Die Politik-Parodie von Horst Schlämmer HSP) sind für mich ebenfalls ein deutlichen Anzeichen dafür, dass diese Menschen keine andere Möglichkeit sehen, als die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Eine deutliche Ablehnung des angebotenen Parteiprogramms. Vielleicht aber auch sogar ein Vertrauensverlust insgesamt.

Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft wird es sein, das Bild der Parteien wieder zu schärfen und die diffuse Positionierung zu korrigieren.

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Ist das der Look der Nachrichtenzukunft?

Donnerstag, 20. August 2009 13:13

Das neue ZDF On-Air Design scheint in den letzten Wochen ja für einigen Gesprächsstoff gesorgt zu haben. Es gab Kritik aus den verschiedensten Ecken.

“Das ist nicht das ZDF” hieß es, oder auch “Zuviel des Guten” (beides sinngemäß).

Nach einigen Gedanken darüber bin ich zum Schluss gekommen, dass es einem Thema sicher ganz gut bekommt, wenn es polarisiert.  Klar wird es einigen Gruppe nicht gefallen. Anderen vielleicht schon. Auch ich muss eingestehen, dass es gewöhnungsbedürftig ist. Nur so kommt aber eine Meinung und somit auch Gesprächsstoff auf.

Nun ist solch ein Schritt ja eine Investition auf lange Sicht. In nicht allzu langer Zeit könnte die Situation schon ganz anders aussehen, denn die Multimedialität nimmt kontinuierlich zu. Vielleicht ist dies ja auch genau die Antwort auf die Frage, wie Nachrichten in einer Welt aussehen, in der der Aspekt “Design” für die Menschen immer wichtiger wird.

Für mich ist dies gut zu vergleichen mit einem neuen Automodell. Beim Marktstart wirkt ein neues Modell im Pool der ganzen “alten” Autos auch ein wenig fremd. Meist gefallen dann die etablierten Modelle besser. Je öfter man es aber sieht, desto mehr positives entdeckt man daran. Das neue Modell wächst sozusagen erst ins Bewusstsein. Nach einer gewissen Zeit fragt man sich dann, was man je an dem “alten” Modell finden konnte. Vielleicht liegt dies auch mit daran, dass ein neues Modell auch auf die Formgeschmäcker der Zukunft abzielt weil es ebenfalls eine Entscheidung auf lange Sicht ist.

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Twitter – ein kurzer Statusbericht

Freitag, 14. August 2009 11:56

Im Rahmen meiner Bachelorthesis beschäftige ich mich momentan intensiv mit der Materie “digitale Kommunikationsstategien”. Twitter ist daher bei mir keine Unbekannte. Bisher sah ich jedoch keinen direkten Anlass für einen Twitter-Account.

Diese Meinung habe ich, unter anderem wegen neuen Erkenntnissen aus der Recherche, mitlerweile geändert. Ich möchte kurz schildern, was mir an Twitter bisher ausgefallen ist – positiv wie negativ. Natürlich sollen meine nachfolgenden Aspekte keinerlei “Vorschriften” darstellen, wie es sich meiner Meinung nach gehört Twitter zu benutzen. Vielmehr soll es eine Art Empfehlung darstellen wie man in meinen Augen einen wirklichen Nutzen aus diesem Dienst ziehen kann.

Positiv

  • Viele Institutionen aus dem Bereich “digitale Kommunikation” sind bei Twitter.
  • Man erhält Infos die man nicht per RSS erhalten würde, da sie zu knapp für einen Blogartikel sind.
  • Dort kursieren anderen Formen von Nachrichten, eher Hinweise & Empfehlungen (logische Folge da nur 140 Zeichen) – auf den Punkt. Meist ein Satz mit Link.
  • Schnelligkeit – News sind ohne Verzögerung im Umlauf.
  • Kumpelartiger Umgang trotz fremder Leute. Offen für Nachfragen.
  • Sehr geprägt durch persönliche Empfehlung. Eine Person steht direkt hinter einer Aussage und wird damit in Verbindung gebracht.
  • Mit entsprechender (Desktop-)Applikation muss man nach einem Großteil der informationen nicht mehr aktiv suchen sondern erhält sie z.B. integriert beim browsen. (Kein Wechsel zu RSS z.B.)

Negativ

  • Viel Spam, fragwürdige Follower.
  • Man schreibt voneinander ab, viele doppelte Infos.
  • Viele Accounts haben keine echte Daseinsberechtigung, da sie nur das weiterleiten was der andere schon verbreitet.
  • “Mißbrauch” als öffenlicher Chat.

Entsprechend dieser Punkte ist bei mir die Nutzung dieses Dienstes geprägt. Ich sehe es als Erweiterung für einen Blogartikel und meinen RSS-Reader. Wo ein Artikel zu sperrig wäre, kommt Twitter zum Einsatz. Dabei versuche ich die oben genannten Punkte zu berücksichtigen. Am wichtigsten erscheint mir hierbei der Faktor “wirklich neuer Input”. Nur in Ausnahmefällen, wenn es wirklich absolut interessant ist, leite ich Infos weiter. Vielmehr versuche ich meine Eindrücke zu fixieren und anderen zugänglich zu machen.

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Die digitale Vernetzung ist in vollem Gange

Montag, 10. August 2009 16:35

Hier ein Account, da ein Login. Wie war nochmal das Passwort? Mit welcher E-Mail Adresse bin ich nochmal bei Website XYZ angemeldet? Sicher keine unbekannten Fragen im Internetdschungel von 2009. Mittlerweile braucht es eine gut ausgebildete Medienkompetenz um hier einen klaren Kopf zu bewahren. Gut das es auch eine Gegenbewegung gibt.

Mit diesem Eintrag möchte ich einen Überblick über meine Beobachtungen im Webbereich geben. Vollständigkeit soll dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Art der Entwicklung. Ich beobachte immer stärker den Trend zur Aggregation von Inhalten. Dienste greifen auf eine Funktion eines Dienstes zu und  kombinieren diese isolierte Funktion mit anderen von weiteren Diensten oder “schnüren” ein nettes Paket aus vielen einzelnen Diensten.

Hier ein ganz kurzer Verweis auf Dienste dieser Art: Friendfeed, Plaxo, Ping.fm, Blummy, Fring, Yoono, Oneriot, Google Friendconnect, Google Wave, Soup

Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie die Prognose von Forrester mehr und mehr Form annimmt und live zu beobachten ist. Für Ende 2009 wird dort eine “Vernetzung der Netzwerke” erwartet. Sicher ist diese Entwicklung nicht dermaßen abwägig das sie nicht zu erwarten war. Weitaus interessanter sind sicher die weiteren dort prognostizierten Entwicklungen.

Es gibt an dieser Entwicklung momentan ein größeres Problem, was ich spontan sehe: Die oben genannten Dienste bieten jeweils eine gewisse Aggregation an, jedoch nie komplett. Somit braucht man eigentlich wieder einen Dienst/ Webservice, der die Dienste/ Webservices zusammenführt der bereits die persönlichen Dienste/ Webservices bündelt. Kompliziert… und vor allem ein Rattenschwanz. Hier gibt es noch viel Potenzial für Verbesserungen.

Worin könnte das in naher Zukunft münden? Multimediakollektion als individuell zusammengestelltes Bundle? Einige Dienste gehen ja bereits in diese Richtung. Auch die partielle Öffnung der Social Networks deutet auf eine Vereinheitlichung hin. Eine nicht unwesentliche Bremse dürfte aber hier auch mal wieder der Wirtscahftsfaktor sein. Kein Betreiber will seine Mitglieder gerne mit anderen teilen. Spannend wird es an dem Punkt, an dem diese Forderung von den Usern laut wird…

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Umstrukturierung im Social Web?

Freitag, 10. Juli 2009 22:11

Vorgestern war auf Basicthinking.de dieser interessante Artikel über die jüngsten Entwicklungen bezüglich Nutzerzahlen in sozialen Netzerken zu lesen. Dort habe ich mich auch zu einem Kommentar hinreißen lassen, da der Artikel sehr stark meiner eigenen Beobachtung entspricht. Der Kommentar lautete:

Für mich ist es ein deutliches Anzeichen dafür, dass die digitale Welt sich gerade in einem Umbruch befindet. Von Forrester wurde ja bereits eine Prognose aufgestellt, die für ca. Ende 2009 eine zunehmende “Vernetzung der Netzwerke” voraussagt.

Die zunehmende Frustration signalisiert diese anstehende Veränderung meiner Meinung nach sehr gut. Der nächste Schritt steht kurz bevor. Der Tenor “aktiv sein müssen” ist doch ein guter Indikator dafür, dass die Anbieter reagieren müssen. Einige Dienste bieten Aggretation ja auch schon rudimentär an (Yoono Firefox Addon z.B.)

Ich bin gespannt wie es weiter geht

Die Frage nach dem “warum?” finde ich sehr spannend, weshalb ich den Artikel an dieser Stelle nochmal aufgreifen und vertiefen möchte.

Vielleicht sollte man die aktuelle Phase als eine Art Nadelöhr sehen, durch die das Web 2.0 durch muss. Zu viele Dienste wollen den User mittlerweile mit Funktionen und Vernetzungsangeboten versorgen. Was fehlt ist aber eine Verbindung der Datensätze. Nur wenn sich hier grundlegend etwas tut gelingt auch die Integration der digitalen Spielwiese in die “echte” Welt. Viele kluge kleine Spezialdienste gehen ja momentan schon in diese Richtung. Hier wird die Sperrigkeit abgebaut zu Gunsten einer echten Erweiterung für den Alltag. An dieser Stelle nur ein Beispiel: Aka-Aki. Die Community für unterwegs sozusagen. Reale und digitale Welt werden charmant verbunden, die Trennung schmilzt auf ein Minimum.

Es wird zwangsläufig eine Art natürliche Auslese stattfinden, aus der die wirklich nutzbringenden Dienste gestärkt hervorgehen werden. Davon bin ich überzeugt. Dann befinden wir uns in der nächsten Runde und alles geht von vorne los. Das zunehmend verwaisende, vor zwei Jahren nochgehypte, MySpace ist ein klassischer Fall. Andere Anbieter bieten einfach mehr oder alles in einer Lösung, die Notwendigkeit für ein Profil dort reduziert sich auf ein Minimum.

Es läuft vielleicht auf eine Art “Universallogin” in die digitale Welt hinaus. Das ist ja nur eine logische Folge, da der aktuelle Zustand mehr als unbefriedigend ist (unzählige Einzellogins mit jeweils eigenen abgeschotteten Umgebungen). Wie die anderen Kommentare im Artikel ja erkennen lassen ist es kaum noch möglich auf allen Portalen aktiv zu sein. Es kostet eine nicht unerhebliche Zeit die Profile aktuell zu halten.

Nicht zu vernachlässigen ist natürlich der Faktor des wirtschaftlichen Interesses. Am Ende des Tages sind alle vorhandenen Anbieter auch Wettbewerber und wollen Nutzer für sich exklusiv beanspruchen. Die Frage ist nur wo dieser Gedanke zum Nachteil für alle Beteiligten wird und man sich anders arangieren muss.

Der nächste Evolutionsschritt ist aber so oder so eine spannende Sache und ich freue mich auf Neuigkeiten jeder Art aus dieser Richtung.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon