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Das Ende der klassischen Medien? Wohl kaum.

Freitag, 26. Juni 2009 21:54

Es ist mal wieder so weit. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, prognostiziert erneut das Ende der klassischen Medien. In Cannes sagte er das Ende der gedruckten Medien für in spätestens zehn Jahren voraus.

Kurzer Blick zurück – da gab es vor einiger Zeit einen gewissen Bill Gates der mehrmals das „paperless office“ voraussagte. Mittlerweile haben wir 2009 und jeder druckt weiter fleißig vor sich hin und sorgt für Berge von Papier. Von vollständiger Digitalisierung keine Spur. Ganz im Gegenteil. Wer hat es nicht schon selbst erlebt, dass er einen Scan von einer gedruckten E-Mail wieder als Anhang digital zugeschickt bekommt um Änderungen zu besprechen.

Auch wenn es nur eine Zukunftsprognose ist und es ja bekanntlich gut sein soll eine Vision zu haben tendiere ich dazu die Dinge etwas relativer zu sehen. Wie war das noch bei der Einführung der Fotografie? Die Malerei wurde für tot erklärt. Danach sollte die Fotografie dran glauben als das Video erfunden wurde. Und was ist heute los? Alles existiert parallel – und das sogar sehr hervorragend. Es haben sich eine Menge neuer Nischen etabliert in denen sich neue Stilarten ausgebildet haben. Und nun soll das anders sein?

Matthias Horx schreibt z.B. in seinem Buch „Technolution“, dass gerade in der heutigen digitalen Gesellschaft Papier einen ganz neuen Stellenwert erlangt, da es eine gewisse Wichtigkeit symbolisiert. Alles was wichtig ist „verewigt“ man auf Papier, unwichtiges verstaut man irgendwo auf der Festplatte. In der letzten Ausgabe von „die Zeit“ ist dies in Bezug auf die „New York Times“ ebenfalls sehr schön veranschaulicht. Momentan stellen die digitalen Anzeigegeräte mehr eine technische Spielerei dar als einen würdigen Ersatz für Papier. Dort heißt es:

“Die New York Times, sagt ihr Chefredakteur Bill Keller, »kann jeder getrost in der U-Bahn liegen lassen« – anders als den Kindle oder ähnliche Apparate, die man nicht falten kann und auf denen man auch keine Kaffeetasse abstellen sollte.”

Genau darin sehe ich den Ansatz für die Zukunft. Und erste kluge Kombinationen der beiden Hauptvorteile existieren schon als Pilotstudie. In der Schweiz kann man sich seine Tageszeitung in gedruckter Form mit den Inhalten seiner Wahl nach Hause bestellen und somit sein individuelles News-Portal auf Papier in den Händen halten.

Wenn es aber doch so kommen soll und alle Menschen nur noch digital kommunizieren, dann müsste doch ein Unternehmen wie Microsoft im ersten Schritt wenigstens in der Lage sein standardkonforme Software auf den Markt zu bringen, die eine reibungslose Kommunikation sicherstellt. Mit Outlook 2010 hat man gerade leider erneut das Gegenteil bewiesen.

Es ist mal wieder so weit. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, prognostiziert erneut das Ende der klassischen Medien. In Cannes sagte er das Ende der gedruckten Medien für in spätestens zehn Jahren voraus.

Kurzer Blick zurück – da gab es vor einiger Zeit einen gewissen Bill Gates der mehrmals das „paperless office“ voraussagte. Mittlerweile haben wir 2009 und jeder druckt weiter fleißig vor sich hin und sorgt für Berge von Papier. Von vollständiger Digitalisierung keine Spur. Ganz im Gegenteil. Wer hat es nicht schon selbst erlebt, dass er einen Scan von einer gedruckten E-Mail wieder als Anhang digital zugeschickt bekommt um Änderungen zu besprechen.

Auch wenn es nur eine Zukunftsprognose ist und es ja bekanntlich gut sein soll eine Vision zu haben tendiere ich dazu die Dinge etwas relativer zu sehen. Wie war das noch bei der Einführung der Fotografie? Die Malerei wurde für tot erklärt. Danach sollte die Fotografie dran glauben als das Video erfunden wurde. Und was ist heute los? Alles existiert parallel – und das sogar sehr hervorragend. Es haben sich eine Menge neuer Nischen etabliert in denen sich neue Stilarten ausgebildet haben. Und nun soll das anders sein?

Matthias Horx schreibt z.B. in seinem Buch „Technolution“, dass gerade in der heutigen digitalen Gesellschaft Papier einen ganz neuen Stellenwert erlangt, da es eine gewisse Wichtigkeit symbolisiert. Alles was wichtig ist „verewigt“ man auf Papier, unwichtiges verstaut man irgendwo auf der Festplatte. In der letzten Ausgabe von „die Zeit“ ist dies in Bezug auf die „New York Times“ ebenfalls sehr schön veranschaulicht. Momentan stellen die digitalen Anzeigegeräte mehr eine technische Spielerei dar.

„Die New York Times, sagt ihr Chefredakteur Bill Keller, »kann jeder getrost in der U-Bahn liegen lassen« – anders als den Kindle oder ähnliche Apparate, die man nicht falten kann und auf denen man auch keine Kaffeetasse abstellen sollte.“

Genau darin sehe ich den Ansatz für die Zukunft. Und erste kluge Kombinationen der beiden Hauptvorteile existieren schon als Pilotstudie. In der Schweiz kann man sich seine Tageszeitung in gedruckter Form mit den Inhalten seiner Wahl nach Hause bestellen und somit sein individuelles News-Portal auf Papier bestellen.

Wenn es aber doch so kommen soll und alle Menschen nur noch digital kommunizieren, dann müsste doch ein Unternehmen wie Microsoft im ersten Schritt wenigstens in der Lage sein standardkonforme Software auf den Markt zu bringen, die eine reibungslose Kommunikation sicherstellt. Mit Outlook 2010 hat man gerade leider erneut das Gegenteil bewiesen.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Hat es “Bing” gemacht?

Montag, 22. Juni 2009 12:40

Schaut man sich die Marktverteilung im Suchmaschinensektor an blickt einem ja seit Jahren das vertraute Bild entgegen. Google ist auf Platz 1, danach kommt lange nichts. Danach kommt immer noch nichts, dann kommt Yahoo und dann schlagen sich die Wettbewerber um die Zehntel-Prozentwerte. Auch ich trage momentan meinen Teil zur Marktposition von Google bei, da es die Suchmaschine meiner Wahl ist.
Nachdem die nun vierte Generation des Microsoft Suchdienstes, der nun „Bing“ heißt, an den Start gegangen ist und für Aufsehen gesorgt hat habe ich mich zu einem ausgiebigen Test entschlossen. Nach zehn Tagen und unzähligen Suchanfragen kann ich eine Bilanz ziehen.

Gesamturteil: bei mir hat es hat nicht „Bing“ gemacht. Die Versprechungen die der Spot (siehe unten) weckt sind bei mir nicht eingelöst worden.

Es gibt zwar eine Menge positiver Aspekte bei Bing, wie:

  • Bing liefert über weite Strecken brauchbare Ergebnisse.
  • Oft keine sieben- oder gar achtstelligen Ergebnislisten, sondern eine kleine aber feine Auswahl
  • Gute Funktionen zur weiteren Verarbeitung der Suchanfrage
  • Auch indirekte Zusammenhänge werden angeboten (Bilder, die zu einem Text von einem bestimmten Autor gehören)
  • Bei der Videosuche werden auch andere Videoplattformen angeboten (Stichwort Neutralität)
  • Bildoptionen zur schnellen Verfeinerung der Suche

All diese Punkte verlieren für mich allerdings ihre Relevanz wenn es um die Ergebnisqualität geht. Hier liegt die für mich gravierendste Schwäche von Bing. Ein Abgleich mit Google offenbart leider manchmal krasse Lücken in den Ergebnissen. Dies soll nicht heißen, dass Google die Messlatte für alles ist – das wäre mehr als naiv. Nur hat meine Erfahrung gezeigt, dass die mit Google recherchierten Quellen zum überwiegenden Teil vollständig und umfassend sind.

Darüber hinaus fördert die Aufmachung mit der großflächigen täglich wechselnden Abbildung den Eindruck, dass damit eher „Gelegenheitssucher“ angesprochen werden sollen. Wo aber bleiben die Leute, die auf diesen Schnick-Schnack keinen Wert legen und nur die nüchternen Ergebnisse sehen wollen? Microsoft sperrt so die Intensivnutzer aus bzw. schreckt diese ab.

Etwas relativierend für die negative Kritik könnte man den aktuellen Beta-Status der Seite sehen. Durch die begleitende mediale Inszenierung und die dadurch geweckten Erwartungen werde ich das Gefühl aber nicht mehr los, dass man hier mit den Versprechungen einfach über das Ziel hinaus geschossen ist. Nichts desto Trotz ist Bing die bisher gelungenste Alternative zu Google möchte ich behaupten.

Thema: Angetestet | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon