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Hilfe für bessere Bilder naht

Sonntag, 2. August 2009 17:48

Mit den Digitalkameras kam auch ein rapider Anstieg der geschossenen Fotos daher. Da bringt man gerne auch mal eine vierstellige Zahl an Aufnahmen aus einem Kurzurlaub mit zurück. “Aufnahmen kosten ja nichts” heißt es häufig, “also knipse ich drauflos”. Leider sieht man dies den Aufnahmen auch entsprechend oft an.

In diesem Sinne möchte ich kurz auf drei große Hersteller eingehen, die sich diesem Thema gewidmet haben. Nikon, Sony und Canon bieten jeweils einen gesonderten Bereich auf ihrer Website an, wo sie Usern zu besseren Bildern verhelfen wollen.

Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden, was ich von diesen Seiten halten soll. Einerseits wirken sie zunächst hilfreich für ganz grundsätzliche Themen. Dann aber auch wieder wie eine Pflichtprogramm das abgearbeitet wird weil es gerade schick ist.  Und dann teilweise auch noch reichlich auf Hochglanz getrimmt durch Bildmaterial dass so niemals mit den gezeigten Produkten entstanden sein wird.

Nikon und Canon setzen hier mehr auf die Inszenierung und den “Coolness-Faktor” ihrer Produkte. Sie werden teilweise fiktiven Charakteren zugeordnet und sollen so vielleicht direkter Zielgruppenzugehörigkeiten aufzeigen. Der eigentliche Benefit kommt hier leider etwas zu kurz. Weniger wäre hier glaube ich mehr.

Sony setzt hier wesentlich mehr auf “trockene” Theorie bzw. die Aspekte, die in keinem Grundlagenbuch über Bildästhetik und Komposition fehlen sollten und kombiniert diese Informationen mit den Einstellungen an der Kamera. Die Hilfeseiten erhalten hierdurch einen wesentlich boenständigeren und authentischeren Charakter.

Immerhin ein erster Schritt. Ein Beigeschmack bleibt für mich jedoch. Kann es sein, dass durch solche Webseiten die Motivation für ein tieferes Interesse an der Materie nicht noch weiter gesenkt wird? Immerhin bekommt man ja “alles” was man wissen muss auf dem Silbertablett serviert.

Thema: Fotografie / Film | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Der Schlüssel zu ausdrucksstarken Portraits

Montag, 20. Juli 2009 11:20

Mit dem aufkommen von Digitalkameras sind unzählige Scharen von Menschen in die Welt gezogen um alles nur erdenkliche zu dokumentieren. Immer stärker wird auch von Firmen über die Werbung der Eindruck erweckt, dass die Kamera mitlerweile alles für einen übernimmt.

Der wichtigste Aspekt kann einem aber von Niemandem abgenommen werden: Dem Bild Ausdruck und Aussage zu verleihen und so den Charakter des Portraitierten erlebbar zu machen. Genau hiermit beschäftigt sich das Video weiter unten. Clay Enos zeigt sehr glaubwürdig, dass die Technik nur ein Teil, und vor allem nur eine Hilfe, ist.

Das Video thematisiert sehr treffend die Mißstände der Digitaltechnik, weshalb es umso mehr empfehlenswert ist. Gerade weil alles möglich ist durch digitale Nachbearbeitung geht der Blick für das wesentliche langsam verloren. Es ist sicher nicht verkehrt den Schritt über die Komplettausstattung zu wagen und sich auf ein fotografisches Minimum (in seinem Fall eine DSLR, 50mm Objektiv und weißes Papier) zu besinnen und dann zu sehen, dass es auch so klappt.

Thema: Fotografie / Film | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Die Ehrlichkeit der Vielen

Sonntag, 12. Juli 2009 13:53

Aus ganz aktuellem Anlass möchte ich das Prinzip der Schwarmintelligenz näher betrachten. Man geht dabei davon aus, dass sich die Effektivität und auch das Wissen in einer Gruppe über dem Level der besten zu findenden Einzelperson bzw. eines Experten bewegt. Dies funktioniert laut einem Bericht in der Ausgabe 1/2009 von beef nicht in jedem Fall, jedoch bei allgemeinen Sachverhalten umso effektiver. Wikipedia ist ein klassisches Beispiel dafür. Im Artikel wird es mit Brockhaus verglichen. In einem Test kam sogar heraus, dass sich die Fehlerquote der Wikipedia unter der des Brockhaus bewegt.

Don Tapscott hat auch ein sehr spannendes Buch darüber geschrieben, dass ich nur empfehlen kann um die veränderten Prinzipien der Wertschöpfung zu verstehen. Es heißt Wikinomics – die Revolution im Netz und spielt auf “die Weisheit der Vielen” an.

Dieses Phänomen wurde im vorliegenden Fall mit der Reichweite des Internets kombiniert.

Folgende Geschichte steck dahinter:
Vor einiger Zet wurde eine Menge professionelles Kameraequipment von Nikon im Wert von ca. 40.000 EUR gestohlen. Daraufhin wurden die Seriennummern der Teile im Internet veröffentlicht

Es gingen eine Menge Hinweise ein, die nun wohl auch zur Aufklärung beigetragen haben. Der “Schwarm” hat also mehr geschafft als ein einzelner Experte (in dem Fall die ermittelnde Person bei der Polizei). Darüber hinaus haben viele Menschen ohne direkt erkenntlichen Grund und ohne Gegenleistung bei der Aufklärung mitgewirkt, was auch ein klassisches Phänomen des Community-Zeitalters ist.

Ein Grund mehr auf breiter Fläche über etablierte Methoden nachzudenken.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Freistellen mal anders

Sonntag, 14. Juni 2009 16:04

Vor gut drei Wochen war ich auf der Nikon Solutions Expo und habe mich über den Andrang am Hensel Workshopraum gewundert. Mitlerweile kann ich erahnen wieso. Auf der Website ist eine neue Blitztechnik beschrieben, die die Erstellung von Freistellmasken schon bei der Aufnahme vollautomatisch übernimmt. Die Softwarefirma Schoepe bringt eine Weiterentwicklung des Programms “Freemask” in das Gespann ein. Zusammen mit einer High-End Nikon DSLR werden optimale Ergebnisse erzielt heißt es weiter.

090614-freemask_hund

Das dort verfügbare PDF zum System zeigt sehr anschaulich, wie innerhalb kürzester Zeit der sonst größte Feind des Grafikers – Fell, Haare, halbtransparentes usw. – mit Freistellmasken versehen werden. Es sind auch drei Beispielbilder downloadbar, die auf den ersten Blick ziemlich überzeugend aussehen (siehe Bildausschnitt links). In Dieser Qualität muss man das per “Dodge & Burn” erstmal hinbekommen!

Der große Haken ist der Preis. Die als Referenz genannten Geräte kommen schnell an die Grenze eines kleinen Gebrauchtwagens heran. Für Fotografen rentiert sich die Anschaffung sicherlich schnell unter Anbetracht der Zeitersparnis.

Schaut man sich die gezeigte Vorgehensweise einmal genauer an, merkt man allerdings dass die Vorgehensweise vom Prinzip her sehr simpel ist: Vom gewünschten Motiv werden zwei Aufnahmen in sehr kurzem Abstand gemacht. Einmal mit dem Lichtsetup für das Objekt, dann unmittelbar danach wird nur der Hintergrund ausgeleuchtet. Das Objekt erscheint so im Verhältnis stark unterbelichtet oder sogar nur noch als Silhouette. Legt man die beiden (möglichst passgenauen) Aufnahmen nun übereinander kann man die Silhouette als Maske einsetzen.

Die Vorgestellte Kombination aus Kamera, Blitz und Software erledigt dies sehr wahrscheinlich zu großen Teilen automatisch und taugt deshalb auch für Portraits und langsam bewegte Objekte. Begrenzender Faktor ist hier ja nur die Serienbildgeschwingikeit der Kamera. Für unbewegte Objekte könnte man diese Technik aber auch privat nachempfinden und sich eine Menge Arbeit sparen.

Sollte es sich ergeben werde ich von meinen Erfahrungen berichten.

Thema: Fotografie / Film | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon