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Twitter ist die bessere SMS – Angela Merkel und das Social Web

Sonntag, 14. November 2010 12:58

Bereits vor Jahren (2004) gab Angela Merkel ihre Vorliebe für SMS zum Besten. Sogar im Bundestag soll sie des öfteren SMS verschicken. Es wird auch hin und wieder berichtet, dass sie große Freude daran habe per SMS aktuelle Nachrichten direkt aus den Tagungen zu schicken. Aber wie sieht es mit den wirklich neuen Medien aus? Tippen wir doch mal kurz in die Personensuche bei Twitter “Angela Merkel” ein. 20 Accounts behaupten dort die Bundeskanzlerin zu sein (Stand 14.11.2010). Warum gerade Twitter als Beispiel?

Bezüglich der aktuellen Entwicklungen beim Projekt Stuttgart21 und der beschlossenen Energiepolitik (Atomkraft bis 2050) wollte ich in zynischer Manier Angela Merkel in einem Tweet verlinken – dies war aber gar nicht möglich, da es keinen offiziellen Account gibt. Fake-Accounts gibt es dagegen reichlich, wie die Suche zeigt. Manche von ihnen mit reichlich derbem Inhalt und sogar recht geschmacklos. Twitter… naja, werden jetzt einige denken. So wichtig ist das nun auch wieder nicht. Man weis bis heute im Details nicht recht was dieses relativ neue Sprachrohr eigentlich darstellt. Auch ich möchte das nicht überbewerten. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Twitter durch mehrere Millionen User eine große Reichweite besitzt und es von vielen medienaffinen Menschen genutzt wird, die die kurze und schnelle Informationsweise adaptiert haben. Kurze Infohäppchen für zwischendurch. Vertiefen nur bei Bedarf. Gerade diese Leute sind potentielle Multiplikatoren für News. Informationen werden aufgegriffen und weiterverbreitet – positive wie negative.

Aber was ist mit Facebook? 56.000 “Freunde” können doch nicht verschwiegen werden. Richtig und falsch. Angela Merkel hat ein Facebook Profil und postet dort auch regelmäßig Infos – Richtig. Schaut man aber in die Kommentare der News, finden sich regelmäßig Kritikkommentare die unkommentiert bleiben. Das Konto ist also nicht redaktionell betreut, schon gar nicht persönlich. Außerdem ist jede Interaktion untersagt/ abgeschaltet. Für mich reduziert sich das Profil also auf “bei Facebook um bei Facebook zu sein”. Es wird nicht die Mechanik des Mediums aufgegriffen sondern nur Aufmerksamkeit geheuchelt - Falsch.

Kurze Zeitreise: Wer kennt noch den Remix-Generator für die 2009er Plakate der CDU? (Best-of-Gallerie: hier) Der war ja zu gegebener Zeit “der letzte Schrei”. Dafür, dass man dort so vehement mit dem Anwalt drohte, lässt man beim Beispiel Twitter reichlich Leine. Ich würde gerne wissen, wie viele Leute nicht wahrnehmen, dass hier nicht die “echte” Angela Merkel twittert. Dem Anschein nach sind es Leute, die sich die Bekanntheit zu Nutze machen um andere im Namen von Angela Merkel mehr oder weniger zu amüsieren (siehe geschmacklose Posts). Darüber hinaus: Bei den Plakaten war es noch ein sehr kontrolliertes und konzentriertes Umfeld, indem die Auseinandersetzung ablief. Bei Twitter hingegen ist das Publikum wesentlich unkontrollierter und diffuser. Nun gut, die sog. Medienexperten und Berater werden schon wissen was richtig ist.

In einem spannenden Artikel in der ZEIT wird die zunehmende Entfremdung von Gesellschaft und Politik angesprochen. Vertrauendverlust und Spaß am Protest (weil die Möglichkeiten vorhanden sind) sind weitere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Ob das mit der bisherigen Vorgehensweise noch gelingt? Wo Millionen in Wahlkampagnen fließen wären doch gerade diese quasi-Gratis Medien viel interessanter. Selbst wenn auch nur als Ergänzung. Dort ist die Zielgruppe die es gilt abzuholen und sich einzuklinken. Doch dies erfordert natürlich auch Mut und die Aufgabe von Kontrolle.

Thema: Gedanken | Kommentare (1) | Autor: Simon

Kein Ende, eher Evolution – Zeitungskonzepte mit Zukunft

Freitag, 27. November 2009 15:07

Den heutigen Journalisten wird ja eine schwere Zeit prophezeit. “Das Ende des Qualitätsjournalismus” wird des öfteren proklamiert und vorausgesagt. Aber Extreme gibt es ja immer.

Ich versuche mich mal an einer etwas vorsichtigeren Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber wo fange ich am besten an? Vielleicht beim angeblichen Problemkind selbst: Print

Hier neben mir liegt gerade Die Zeit. Einmal wöchentlich erscheinend, über 100 Seiten stark. Letzten Monat konnte man wie auch im 2. Quartal 2009 eine erneute Rekordauflage verkünden. Klingt nicht gerade nach “dem Ende” oder?

Auf der anderen Seite kämpfen natürlich viele Verlage seit Jahren mit sinkenden Auflagen. Dies ist aber meist bei Tagesaktuellen Medien zu beobachten oder hat noch ganz andere Gründe. Ganz aktuell beweist Welt Kompakt mit dem neuen Konzept das es auch 2009 im Tagesgeschäft funktionieren kann.

Meiner Meinung nach liegt der Knackpunkt vor allem in der Art der Information die geboten wird. Die Abwanderung der Konsumenten in den digitalen Sektor (Nielsen, PDF) geht mit einer akuten Forderung nach Geschwindigkeit einher. Entweder der Leser erhält also die Info noch bevor sie “kalt” ist oder sie ist uninteressant. Mit Print kommt man da einfach nicht mehr hinterher wenn man z.B. versucht mit Twitter zu konkurrieren.

Zweiter wichtiger Punkt ist die Zuwendung zum sozialen Umfeld. Infos werden vor allem aus direkten Empfehlungen entnommen die aus dem unendlichen Vorrat des Internets ausgegraben werden.

Einen Haken hat die Sache aber. Schlauer wird man nur bis zu dem Punkt, an dem man sich vom Informationsgehalt im Kreis dreht. Denn vielfach wird auch einfach redundant verlinkt und eigentlich alte Dinge als neu verkauft.

Was also tun? Ich sehe da konkret zwei Wege die offensichtlich auch in der Praxis funktionsfähig sind:

  1. Man macht es wie Die Zeit und bietet Content den “die Internetgemeinde” (so nenne ich sie frecherweise einfach mal um den Unterschied plakativer zu machen) nicht bieten kann. Das sind Hintergrundberichte, Detailinfos und Verweis auf Auswirkungen in einem viel größeren Dimension als man teilweise erahnen kann ohne entsprechende Kontakte. Kurz: Man liefert exklusiven Content dessen Lektüre einen wirklichen Informationszuwachs verspricht und einem höheren Ziel dient (Sozialisation).
  2. Man macht es wie die Welt Kompakt und verknüpft “herkömmlichen” Content mit interaktiven Features und macht die Tageszeitung zu einem kleinen interaktiven Spielplatz (QR-Codes). Etablierung eines Zusatznutzens also.

Generell würde ich sagen die Leser wenden sich von allem ab, was sie auch gratis oder selbst erreichen können. Bei den obigen zwei Wegen sind aber Privatpersonen die Hände mehr oder weniger gebunden. Denn solche Aspekte sind nur in einem größer angelegten Rahmen umsetzbar. Für mich ist das also eher eine Auslese und Verlagerung der Verhältnisse und kein “Ende”. Am Ende werden nur die sein die sich nicht neuen Verhältnissen anpassen wollen.

Thema: Gedanken | Kommentare (1) | Autor: Simon

Spam – Die dumme Art zu nerven, von Twitter

Freitag, 13. November 2009 14:21

091113-Twitter_spam

Es gab mal eine Hochzeit in der ich eine dreistellige Anzahl an Spam-Mails pro Tag erhalten habe. Diese Zeit ist glücklicherweise vorbei. Nach aktuellen Zahlen von Bitkom scheinen aber immer noch mehr als 90% des Mailverkehrs aus Spam zu bestehen. Ich scheine da also eine Ausnahme zu sein, denn mein Verhältnis von Spam zu echten Mails liegt aktuell bei nur ca. 20%. Und das obwohl meine E-Mail-Adresse frei im Web zu finden ist.

Jetzt gibt es da ja so eine tolle Erfindung wie Twitter. Dort bekommt man mehr oder weniger “persönlich” Inhalte empfohlen von Personen denen man folgt (Following). Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger Benachrichtigungen von Twitter, dass Person XY mir nun folgt. Schaue ich nur kurz auf die Details dann weis ich das das nicht ernst gemeint sein kann (siehe Bild oben).

“Klassischen” Spam erhalte ich wie bereits erwähnt nur noch sehr wenig. Nur was ist eigentlich Spam? Für mich ist das eine E-Mail die keine Bedeutung für mich hat und deren Inhalt ich ohne gefragt zu werden zugestellt bekomme. Das Interesse beim Rezipienten ist gleich Null und sie wandert nach spätestens einer Sekunde in den Papierkorb. So auch bei den Auszügen aus den Twitter-Benachrichtigungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es kaum möglich ist mehr als 50 Personen/ Institutionen bei Twitter wirklich aufmerksam zu folgen und den geposteten Links auch wirklich nachzugehen. Es sei denn man hat dies als Hauptbeschäftigung auserkoren. Wie man aber an den Screenshots oben sehen kann werden vermutlich einfach nur Tags von Bots gefiltert und dann der User hinter dem Tweet als “Following” hinzugefügt. Gefestigt hat sich diese Vermutung nach folgenden Tweet:

091113-Twitter_hashtag

Unmittelbar danach habe ich vier solcher E-Mails im Posteingang gehabt. Ich denke einmal aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt sehr aktuellen Themas und dann aber auch wegen des Hashtags #Apple.

Meiner ständig schwankenden Anzahl an Personen die mir bei Twitter folgen entnehme ich außerdem, dass dies wohl noch einigen anderen Leuten so geht und diese Personen melden. Ich habe mich lange gegen Twitter aus mehreren Gründen verweigert, habe es dann aber doch als wertvolle Informationsquelle für die Recherche entdeckt. Das Thema Spam war mir aber von Anfang an negativ aufgefallen.

Diese penetrante Art andere Leute auf sich aufmerksam zu machen halte ich für äußerst dumm. Twitter ist ein hochpersönliches Medium. Die Effektivität basiert fast vollständig auf dem gezielten Auswählen von Leuten die für einen selbst etwas relevantes zu sagen haben (So nutze ich jedenfalls Twitter). Auf die Weise wie es bei Twitter aber immer mehr zur Marotte wird sind wir wieder beim Spamniveau von vor 10 Jahren angekommen. Man wird zugeballert mit Informationen die man nicht haben will und ist nur noch genervt. Glücklicherweise kann man die Benachrichtigungen über neue Floower ja abstellen. Mir geht es aber mehr um die Art auf sich aufmerksam zu machen.

Klar müssen auch die Spammer (hört sich ja fast schon an wie ein Beruf) mit der Zeit gehen und sich neue Wege suchen ihren Müll an die Leute heranzutragen. Nur vielleicht sollten sie da nochmal etwas besser überlegen ob das wirklich der richtige Weg ist. Vierstellige Following-Zahlen halte ich selbst für sehr unglaubwürdig und sind für mich immer ein klares Anzeichen dafür, dass die betreffende Person (ich rede nicht von News-Aggregatoren! – z.B. für den Raum Köln) entweder nur aus “Nettigkeit” mir auch folgt oder es pures heischen nach Aufmerksamkeit ist.

Achja, Spam in sozialen Netzwerken ist genauso ineffektiv…

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Gute Miene, böses Spiel – Google StreetView

Dienstag, 15. September 2009 13:01

Google StreetView, das rote Tuch bei Datenschützern schlechthin. Hat Google nun etwa ein Einsehen? Schließlich ringt man doch u.a. in Deutschland bis Heute mit den Datenschützern um die Rahmenbedingungen für die flächendeckende Umsetzung und die Verfassungskonformität.

Bei mir entsteht eher der gegenteilige Eindruck. Das Prinzip wird zwar liebevoll dargestellt mit dem kleinen knuffigen Roboter, der sich Tag und Nacht unermüdlich für die Wahrung der Privatsphäre einsetzt. Mit der Realität hat das aber wenig zu tun finde ich.

Stößt man etwa auf stärkeren Widerstand beim Thema StreetView? Nur so kann ich mir den Kuschelkurs erklären der bei der Visualisierung eingeschlagen wird. Vielleicht versucht man ja auch nur die User für die Zustimmung zu mobilisieren. Das Video ist zwar von Google Japan, das Problem bleibt jedoch das gleiche. Ein zweischneidiges Schwert.

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Polar und seine Fitnessjünger

Mittwoch, 9. September 2009 11:47

Der Sportartikelhersteller Polar macht es ähnlich wie Nike und inszeniert einen Fitnesswettkampf unter den Nutzern seiner Pulsuhren. Der größte Unterschied wird wohl sein, dass hinter der Aktion keine millionenschwere Crossmediakampagne steckt, die die Produkte gezielt daraufhin vermarktet.

Stattdessen setzt man wohl eher auf das eigene Image und sieht es als zusätzliche Option zum Produkt. Der nicht vorhandene Medienrummel zieht sicherlich auch eine andere Zielgruppe an. Wurde bei Nike durch den Trendartikel iPod in Kombination mit speziellen Schuhen mit Sensor eher auf die Masse und eine generelle Mobilmachung gesetzt so wirkt der Ansatz bei Polar mehr leistungsorientiert. Immerhin braucht man Equipment für ca. 350 EUR (teuerste Pulsuhr + Flowlink) um teilnehmen zu können. Einen iPod haben bereits viele Leute, was den Einstieg einfacher (und günstiger) machte. Eine Highend-Pulsuhr wohl kaum.

Jedoch braucht man auch für die Variante von Polar den sog. Flowlink. Erst dieser ermöglicht die Datenübertragung der Trainingsdaten zum Computer und macht einen Vergleich in der Polar Community möglich.

Es ist davon abgesehen sehr spannend zu verfolgen, dass der Communitygedanke offenbar auch im professionelleren Sektor funktioniert.

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Die 10 Mio. Megapixel Kamera

Mittwoch, 26. August 2009 14:58

090826_Kameraladen_Saalfelden

So eine Kamera sieht man nicht alle Tage. 10,2 Mio. Megapixel Auflösung. Die Aufnahme ist ein Mitbringsel aus meinem Urlaub.

10.000.000.000.000 = 10 Billionen Pixel – nicht schlecht. Das dürfte auch den letzten Megapixelfan für längere Zeit ruhig stellen. Bleibt nur zu hoffen, dass Deklarationsfehler dieser Art die unnötige Megapixeldiskussion nicht noch weiter anheizen.

Wieso zeige ich das? Weil es (wahrscheinlich ungewollt) hervorragend für die Lüge der Industrie steht, dass man mit mehr Bildauflösung auch “bessere” Bilder machen kann. Dabei ist gerade bei Kompaktkameras die Schwelle vom Nutzen der hohen Bildauflösungen längst überschritten. Die winzigen Chipgrößen und die miserablen Objektive sind gar nicht mehr in der Lage diesen Detailgrad überhaupt adäquat zu liefern den zehn oder mehr Megapixel bedeuten könnten.

In nicht allzu ferner Zukunft dürften Angabe von Megapixeln meiner Meinung nach zwar wirklich unerheblich sein genauso wie es heute bereits nahezu die Speicherkapazitäten von Datenträgern sind. Andere Faktoren gewinnen an Bedeutung und machen die Qualität aus.  Nur mit dem aktuellen Stand der Kameratechnik ist dies nicht der Fall.

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Twitter – ein kurzer Statusbericht

Freitag, 14. August 2009 11:56

Im Rahmen meiner Bachelorthesis beschäftige ich mich momentan intensiv mit der Materie “digitale Kommunikationsstategien”. Twitter ist daher bei mir keine Unbekannte. Bisher sah ich jedoch keinen direkten Anlass für einen Twitter-Account.

Diese Meinung habe ich, unter anderem wegen neuen Erkenntnissen aus der Recherche, mitlerweile geändert. Ich möchte kurz schildern, was mir an Twitter bisher ausgefallen ist – positiv wie negativ. Natürlich sollen meine nachfolgenden Aspekte keinerlei “Vorschriften” darstellen, wie es sich meiner Meinung nach gehört Twitter zu benutzen. Vielmehr soll es eine Art Empfehlung darstellen wie man in meinen Augen einen wirklichen Nutzen aus diesem Dienst ziehen kann.

Positiv

  • Viele Institutionen aus dem Bereich “digitale Kommunikation” sind bei Twitter.
  • Man erhält Infos die man nicht per RSS erhalten würde, da sie zu knapp für einen Blogartikel sind.
  • Dort kursieren anderen Formen von Nachrichten, eher Hinweise & Empfehlungen (logische Folge da nur 140 Zeichen) – auf den Punkt. Meist ein Satz mit Link.
  • Schnelligkeit – News sind ohne Verzögerung im Umlauf.
  • Kumpelartiger Umgang trotz fremder Leute. Offen für Nachfragen.
  • Sehr geprägt durch persönliche Empfehlung. Eine Person steht direkt hinter einer Aussage und wird damit in Verbindung gebracht.
  • Mit entsprechender (Desktop-)Applikation muss man nach einem Großteil der informationen nicht mehr aktiv suchen sondern erhält sie z.B. integriert beim browsen. (Kein Wechsel zu RSS z.B.)

Negativ

  • Viel Spam, fragwürdige Follower.
  • Man schreibt voneinander ab, viele doppelte Infos.
  • Viele Accounts haben keine echte Daseinsberechtigung, da sie nur das weiterleiten was der andere schon verbreitet.
  • “Mißbrauch” als öffenlicher Chat.

Entsprechend dieser Punkte ist bei mir die Nutzung dieses Dienstes geprägt. Ich sehe es als Erweiterung für einen Blogartikel und meinen RSS-Reader. Wo ein Artikel zu sperrig wäre, kommt Twitter zum Einsatz. Dabei versuche ich die oben genannten Punkte zu berücksichtigen. Am wichtigsten erscheint mir hierbei der Faktor “wirklich neuer Input”. Nur in Ausnahmefällen, wenn es wirklich absolut interessant ist, leite ich Infos weiter. Vielmehr versuche ich meine Eindrücke zu fixieren und anderen zugänglich zu machen.

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Die digitale Vernetzung ist in vollem Gange

Montag, 10. August 2009 16:35

Hier ein Account, da ein Login. Wie war nochmal das Passwort? Mit welcher E-Mail Adresse bin ich nochmal bei Website XYZ angemeldet? Sicher keine unbekannten Fragen im Internetdschungel von 2009. Mittlerweile braucht es eine gut ausgebildete Medienkompetenz um hier einen klaren Kopf zu bewahren. Gut das es auch eine Gegenbewegung gibt.

Mit diesem Eintrag möchte ich einen Überblick über meine Beobachtungen im Webbereich geben. Vollständigkeit soll dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Art der Entwicklung. Ich beobachte immer stärker den Trend zur Aggregation von Inhalten. Dienste greifen auf eine Funktion eines Dienstes zu und  kombinieren diese isolierte Funktion mit anderen von weiteren Diensten oder “schnüren” ein nettes Paket aus vielen einzelnen Diensten.

Hier ein ganz kurzer Verweis auf Dienste dieser Art: Friendfeed, Plaxo, Ping.fm, Blummy, Fring, Yoono, Oneriot, Google Friendconnect, Google Wave, Soup

Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie die Prognose von Forrester mehr und mehr Form annimmt und live zu beobachten ist. Für Ende 2009 wird dort eine “Vernetzung der Netzwerke” erwartet. Sicher ist diese Entwicklung nicht dermaßen abwägig das sie nicht zu erwarten war. Weitaus interessanter sind sicher die weiteren dort prognostizierten Entwicklungen.

Es gibt an dieser Entwicklung momentan ein größeres Problem, was ich spontan sehe: Die oben genannten Dienste bieten jeweils eine gewisse Aggregation an, jedoch nie komplett. Somit braucht man eigentlich wieder einen Dienst/ Webservice, der die Dienste/ Webservices zusammenführt der bereits die persönlichen Dienste/ Webservices bündelt. Kompliziert… und vor allem ein Rattenschwanz. Hier gibt es noch viel Potenzial für Verbesserungen.

Worin könnte das in naher Zukunft münden? Multimediakollektion als individuell zusammengestelltes Bundle? Einige Dienste gehen ja bereits in diese Richtung. Auch die partielle Öffnung der Social Networks deutet auf eine Vereinheitlichung hin. Eine nicht unwesentliche Bremse dürfte aber hier auch mal wieder der Wirtscahftsfaktor sein. Kein Betreiber will seine Mitglieder gerne mit anderen teilen. Spannend wird es an dem Punkt, an dem diese Forderung von den Usern laut wird…

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Die Sogwirkung einer Community

Donnerstag, 6. August 2009 12:54

Spieler schwärmen davon, Eltern fluchen darüber. Fast feder kennt es -- World of Warcraft (WoW). Sogar als Nichtspieler könnte man durch die umfangreiche Medienberichtertattung dieses Spiel in Grundzügen beschreiben.

In diesem Zusammenhang ist eine Betrachtung im Community-Zusammenhang sehr interessant. WoW dient dabei als Plattform zum Austausch. Nach Ansicht von z.B. Jeff Jarvis ist dies der Schlüssel zum Erfolg in diesem digitalen Aktionsraum der durch das Internet geprägt ist. Man stellt eine Plattform bereit auf Grundlage derer andere ihren Erfolg steigern können. Auf diese Weise findet auf längere Sicht eine authentische Platzierung im Blickfeld der Community statt. Dieses Prinzip beschreibt er in vielfacher Hinsicht in seinem Buch “What Would Google Do?

Wieso die lange Vorrede? Um folgende spannende Dreiecksbeziehung besser nachvollziehen zu können:

Die Firma Mountain Dew hat extra für Gamer ein spezielles Getränk Namens “Game Fuel” auf den Markt gebracht das sich auf WoW bezieht, den eigenen Spot damit branded und sogar auf der Flasche darauf verweist. Der Name der Geschmacksrichtung, “Horde Red” verweist ebenfalls direkt auf das Spiel und seine rivalisierenden Clans. Die Plattform ist also so stark, dass genug Käufer alleine von dieser Anlaufstelle zu erwarten sind.

Und dann noch dies hier: Die Käufer berichten über ihre Eindrücke mit dem Produkt und empfehlen es durch direktes Product Placement in einem Video auf Youtube.

Etwas besseres kann einem kaum passieren. WoW erhält gratis Erwähnung in den Medien und der Öffentlichkeit und die Marke Mountain Dew profitiert von der Community hinter WoW.

Thema: Sehenswertes | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Empfehlungsmarketing at its best

Freitag, 17. Juli 2009 16:16

Das obige Video wird derzeit intensiv durch Twitter, Youtube und andere soziale Netzwerke gereicht. Trotzdem möchte ich diese Thematik nochmals aufgreifen, da die dort präsentierte Mechanik der Konsumenteninteraktion hervorragend die neue Herausforderung für Unternehmen im Internetzeitalter veranschaulicht.

Es zeigt sehr anschaulich die enge Verknüpfung und die Intensität mit der mittlerweile Austausch betrieben wird (und nun auch technisch betrieben werden kann). Diese Art der Vernetzung war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Für Unternehmen bedeutet dies auch gleichzeitig: Die Zeit in der man Produkte auf den Markt “wirft” und hofft das es einfach so läuft ist vorbei. In diesem engmaschigen Netz haben Verschleierungsversuche keinen Platz und werden gnadenlos aufgedeckt.

Nie waren die Konsumenten kritischer. Der heutige Konsument schluckt nicht mehr kommentarlos die medialen Werbebrocken und rennt anschließend in den Laden um das beworbene Produkt zu kaufen. Eher geht es rückwärts wieder aus dem Laden, weil er vor dem Regal noch kurz in Echtzeit die Preise und Rezensionen checkt.

Man muss dort hin, wo der potenzielle Kunde sich aufhält und auf seine Bedürfnisse eingehen. Mit zunehmender Vernetzung wird es umso wichtiger über alle Kanäle ein homogenes Bild vom Unternehmen zu präsentieren und vor allem auch nicht nur als Marke aufzutreten. Idealerweise bietet man vordergründig einen Nutzen und stellt die Marke dezent in den Hintergrund.

Thema: Sehenswertes | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon