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Die Ehrlichkeit der Vielen

Sonntag, 12. Juli 2009 13:53

Aus ganz aktuellem Anlass möchte ich das Prinzip der Schwarmintelligenz näher betrachten. Man geht dabei davon aus, dass sich die Effektivität und auch das Wissen in einer Gruppe über dem Level der besten zu findenden Einzelperson bzw. eines Experten bewegt. Dies funktioniert laut einem Bericht in der Ausgabe 1/2009 von beef nicht in jedem Fall, jedoch bei allgemeinen Sachverhalten umso effektiver. Wikipedia ist ein klassisches Beispiel dafür. Im Artikel wird es mit Brockhaus verglichen. In einem Test kam sogar heraus, dass sich die Fehlerquote der Wikipedia unter der des Brockhaus bewegt.

Don Tapscott hat auch ein sehr spannendes Buch darüber geschrieben, dass ich nur empfehlen kann um die veränderten Prinzipien der Wertschöpfung zu verstehen. Es heißt Wikinomics – die Revolution im Netz und spielt auf “die Weisheit der Vielen” an.

Dieses Phänomen wurde im vorliegenden Fall mit der Reichweite des Internets kombiniert.

Folgende Geschichte steck dahinter:
Vor einiger Zet wurde eine Menge professionelles Kameraequipment von Nikon im Wert von ca. 40.000 EUR gestohlen. Daraufhin wurden die Seriennummern der Teile im Internet veröffentlicht

Es gingen eine Menge Hinweise ein, die nun wohl auch zur Aufklärung beigetragen haben. Der “Schwarm” hat also mehr geschafft als ein einzelner Experte (in dem Fall die ermittelnde Person bei der Polizei). Darüber hinaus haben viele Menschen ohne direkt erkenntlichen Grund und ohne Gegenleistung bei der Aufklärung mitgewirkt, was auch ein klassisches Phänomen des Community-Zeitalters ist.

Ein Grund mehr auf breiter Fläche über etablierte Methoden nachzudenken.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Umstrukturierung im Social Web?

Freitag, 10. Juli 2009 22:11

Vorgestern war auf Basicthinking.de dieser interessante Artikel über die jüngsten Entwicklungen bezüglich Nutzerzahlen in sozialen Netzerken zu lesen. Dort habe ich mich auch zu einem Kommentar hinreißen lassen, da der Artikel sehr stark meiner eigenen Beobachtung entspricht. Der Kommentar lautete:

Für mich ist es ein deutliches Anzeichen dafür, dass die digitale Welt sich gerade in einem Umbruch befindet. Von Forrester wurde ja bereits eine Prognose aufgestellt, die für ca. Ende 2009 eine zunehmende “Vernetzung der Netzwerke” voraussagt.

Die zunehmende Frustration signalisiert diese anstehende Veränderung meiner Meinung nach sehr gut. Der nächste Schritt steht kurz bevor. Der Tenor “aktiv sein müssen” ist doch ein guter Indikator dafür, dass die Anbieter reagieren müssen. Einige Dienste bieten Aggretation ja auch schon rudimentär an (Yoono Firefox Addon z.B.)

Ich bin gespannt wie es weiter geht

Die Frage nach dem “warum?” finde ich sehr spannend, weshalb ich den Artikel an dieser Stelle nochmal aufgreifen und vertiefen möchte.

Vielleicht sollte man die aktuelle Phase als eine Art Nadelöhr sehen, durch die das Web 2.0 durch muss. Zu viele Dienste wollen den User mittlerweile mit Funktionen und Vernetzungsangeboten versorgen. Was fehlt ist aber eine Verbindung der Datensätze. Nur wenn sich hier grundlegend etwas tut gelingt auch die Integration der digitalen Spielwiese in die “echte” Welt. Viele kluge kleine Spezialdienste gehen ja momentan schon in diese Richtung. Hier wird die Sperrigkeit abgebaut zu Gunsten einer echten Erweiterung für den Alltag. An dieser Stelle nur ein Beispiel: Aka-Aki. Die Community für unterwegs sozusagen. Reale und digitale Welt werden charmant verbunden, die Trennung schmilzt auf ein Minimum.

Es wird zwangsläufig eine Art natürliche Auslese stattfinden, aus der die wirklich nutzbringenden Dienste gestärkt hervorgehen werden. Davon bin ich überzeugt. Dann befinden wir uns in der nächsten Runde und alles geht von vorne los. Das zunehmend verwaisende, vor zwei Jahren nochgehypte, MySpace ist ein klassischer Fall. Andere Anbieter bieten einfach mehr oder alles in einer Lösung, die Notwendigkeit für ein Profil dort reduziert sich auf ein Minimum.

Es läuft vielleicht auf eine Art “Universallogin” in die digitale Welt hinaus. Das ist ja nur eine logische Folge, da der aktuelle Zustand mehr als unbefriedigend ist (unzählige Einzellogins mit jeweils eigenen abgeschotteten Umgebungen). Wie die anderen Kommentare im Artikel ja erkennen lassen ist es kaum noch möglich auf allen Portalen aktiv zu sein. Es kostet eine nicht unerhebliche Zeit die Profile aktuell zu halten.

Nicht zu vernachlässigen ist natürlich der Faktor des wirtschaftlichen Interesses. Am Ende des Tages sind alle vorhandenen Anbieter auch Wettbewerber und wollen Nutzer für sich exklusiv beanspruchen. Die Frage ist nur wo dieser Gedanke zum Nachteil für alle Beteiligten wird und man sich anders arangieren muss.

Der nächste Evolutionsschritt ist aber so oder so eine spannende Sache und ich freue mich auf Neuigkeiten jeder Art aus dieser Richtung.

Thema: Gedanken | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon

Dialogversuche der Politik

Dienstag, 7. Juli 2009 14:38

So langsam kommen wir ja in Deutschland in Wahlkampfstimmung. Die üblichen Steuersenkungsversprechen zur Aufstockung des Wählerkreises sind als Einstieg ja schon gemacht. Als nächstes wird man dann wohl wieder die tollen Wahlplakate sehen können.

Nun gibt es da aber auch dieses momentan so sagenumwobene Internet. Stopschilder sollen dort bald zu sehen sein, die Jugendgeneration soll es verdummen lassen und süchtig soll es auch machen. Dieses Medium ist aktuell bei unseren Politikern auch sehr im Trend. Es ist totschick sich im Social web zu präsentieren und dort Pseudoeinblicke in seine Aktivitäten zu geben.

Gestern liest man dann bei Welt Online, dass Angela Merkel nun die Marke von 50.000 Anhängern bei StudiVZ überschritten hat und sich nun (quasi als dankeschön) dazu entschlossen hat auch Fragen auf ihrem Profil zu beantworten. Wie bitte?

Anscheinend sind einige Berater noch nicht im 21. Jahrhundert bezüglich der Erwartungen des Rezipienten angekommen. Der Rezipient rennt schon lange nicht mehr bedingungslos seinem Kommunikationspartner hinterher. Er erwartet die persönliche Ansprache und den ebenbürtigen Dialog. 2009, in Zeiten der Echtzeitkommunikation, sieht die Welt nochmals komplett anders aus. Haben wir die stufenweise Kommunikation nicht schon länger hinter uns gelassen? Schade das man auf keine kreativere Idee in einem sozialen Netzwerk kommt, als Fragen zu beantworten.

Das ist in etwa so viel Dialoggehalt wie sich bei RTL hinzusetzen und dort einer Handvoll wahrscheinlich vorher auf Tauglichkeit geprüfter Fragen zu stellen. An Stelle Fragen zu beantworten sollte man sich lieber Gedanken machen wie man den Wählern klar macht, wo die Reise während der nächsten Regierungszeit hingeht und glaubwürdig einen Weg aufzeigen wie man das anstellen wird.

Es gibt meiner Meinung nach ein größeres Problem bei allen Parteien in Deutschland. Sie haben entweder keine wirkliche Vision für die Zukunft oder sind einfach nicht in der Lage diese medial zu inszenieren. Ist das nicht frustrierend? Ich warte immer noch sehnsüchtig auf eine Politikkampagne die mich überzeugt und für einen “AHA-Effekt” sorgt.

Andere Parteien reiben sich schon die Hände die frustrierten Wähler abzugreifen (oder eingebundes Video unten). Diese dort beschriebene Lage ist sicher nicht auf ganz Deutschland in dieser krassen Ausprägung zu übertragen. Allerdings machen die aktuellen Wahlergebnisse doch sehr deutlich wie den Traditionsparteien die Wähler davonlaufen und “frischen” Ideen eine Chance geben.

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Augmented Reality bei Lego

Sonntag, 28. Juni 2009 17:04

Vor kurzem habe ich ja über die gestiegene Ernsthaftigkeit im Zusammenhang mit dem Trend der „Augmented Reality“ geschrieben und mich positiv darüber geäußert.

Hier ist nun ein weiterer schöner Ansatz von Lego. Dort können die Kinder im Store die Packung in eine Kamera halten und bekommen das aufgebaute Modell auf dem Karton in ihren Händen präsentiert. Tolle Anwendung und super auf die Zielgruppe abgestimmt.

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Hat es “Bing” gemacht?

Montag, 22. Juni 2009 12:40

Schaut man sich die Marktverteilung im Suchmaschinensektor an blickt einem ja seit Jahren das vertraute Bild entgegen. Google ist auf Platz 1, danach kommt lange nichts. Danach kommt immer noch nichts, dann kommt Yahoo und dann schlagen sich die Wettbewerber um die Zehntel-Prozentwerte. Auch ich trage momentan meinen Teil zur Marktposition von Google bei, da es die Suchmaschine meiner Wahl ist.
Nachdem die nun vierte Generation des Microsoft Suchdienstes, der nun „Bing“ heißt, an den Start gegangen ist und für Aufsehen gesorgt hat habe ich mich zu einem ausgiebigen Test entschlossen. Nach zehn Tagen und unzähligen Suchanfragen kann ich eine Bilanz ziehen.

Gesamturteil: bei mir hat es hat nicht „Bing“ gemacht. Die Versprechungen die der Spot (siehe unten) weckt sind bei mir nicht eingelöst worden.

Es gibt zwar eine Menge positiver Aspekte bei Bing, wie:

  • Bing liefert über weite Strecken brauchbare Ergebnisse.
  • Oft keine sieben- oder gar achtstelligen Ergebnislisten, sondern eine kleine aber feine Auswahl
  • Gute Funktionen zur weiteren Verarbeitung der Suchanfrage
  • Auch indirekte Zusammenhänge werden angeboten (Bilder, die zu einem Text von einem bestimmten Autor gehören)
  • Bei der Videosuche werden auch andere Videoplattformen angeboten (Stichwort Neutralität)
  • Bildoptionen zur schnellen Verfeinerung der Suche

All diese Punkte verlieren für mich allerdings ihre Relevanz wenn es um die Ergebnisqualität geht. Hier liegt die für mich gravierendste Schwäche von Bing. Ein Abgleich mit Google offenbart leider manchmal krasse Lücken in den Ergebnissen. Dies soll nicht heißen, dass Google die Messlatte für alles ist – das wäre mehr als naiv. Nur hat meine Erfahrung gezeigt, dass die mit Google recherchierten Quellen zum überwiegenden Teil vollständig und umfassend sind.

Darüber hinaus fördert die Aufmachung mit der großflächigen täglich wechselnden Abbildung den Eindruck, dass damit eher „Gelegenheitssucher“ angesprochen werden sollen. Wo aber bleiben die Leute, die auf diesen Schnick-Schnack keinen Wert legen und nur die nüchternen Ergebnisse sehen wollen? Microsoft sperrt so die Intensivnutzer aus bzw. schreckt diese ab.

Etwas relativierend für die negative Kritik könnte man den aktuellen Beta-Status der Seite sehen. Durch die begleitende mediale Inszenierung und die dadurch geweckten Erwartungen werde ich das Gefühl aber nicht mehr los, dass man hier mit den Versprechungen einfach über das Ziel hinaus geschossen ist. Nichts desto Trotz ist Bing die bisher gelungenste Alternative zu Google möchte ich behaupten.

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Augmented Reality wird allmählich erwachsen

Dienstag, 16. Juni 2009 21:27

In den letzten Jahren wurde die Vision der „Augmented Reality“, also einer erweiterten Realität durch Zuhilfenahme von Technik, ja immer wieder thematisiert und auch immer konkreter. In Zukunft soll man sich so z.B. für die jeweilige Situation hilfreiche Zusatzinformationen in sein Blickfeld holen können. Natürlich alles Nach Bedarf.

Mini hat ja vor einiger Zeit mit der interaktiven Print-Kampagne für das neue Mini Cooper Cabrio vorgemacht wie dies in einfacher Form aussehen kann. Damals wurden auf der Rückseite von Magazinen Trackingfelder in Umlauf gebracht. Diese sollte man dann auf der Seite zur Kampagne in seine Webcam halten. Wie von Zauberhand wurde so live vor den Augen des Betrachters das Objekt der Begierde auf den Monitor gezaubert und konnte nach Belieben durch bewegen der Zeitung gedreht werden.

Soweit ich weis war Mini einer der ersten die die Verknüpfung von Print und Online auf diese Weise verwirklicht haben und hat auch für einen entsprechenden Aha-Effekt gesorgt. Das die Software nur mit dem Internet Explorer läuft soll hier mal nicht weiter von Bedeutung sein.

Viel wichtiger bei einer integrierten Kampagne ist ja ein echter Nutzwert für den Konsumenten. Natürlich kann man den Spaßfaktor auch als Nutzen sehen, gerade in Bezug auf die angepeilte Zielgruppe, besonders langfristig ist dies jedoch nicht. Denn irgendwann hat man ja schließlich alles Seiten des Autos gesehen.

Ich möchte die Idee keineswegs schlecht reden. Nur was ich soeben in dieser Hinsicht gefunden habe geht wirklich einen Schritt weiter und vor allem in eine sehr vielversprechende Richtung.

USPS hat nun ebenfalls solch eine Seite geschaltet. Dort kann man sich die benötigte Trackingmarke ausdrucken und live seine Paketsendung vermessen. Die verschiedenen Paketgrößen kann man einfach anklicken und werden um den Trackingpunkt projeziert – ein echter Nutzwert. So kann der Benutzer schon von zu Hause klären, welche Kosten auf ihn zukommen und wie man das Format seiner Sendung evtl. optimieren kann. Es ist auch möglich die Sendung “in” das virtuelle Paket zu legen um so direkt zu vergleichen.

Die bisher als reine Funapplikation eingesetzte Idee wird also langsam „erwachsen“. Insgesamt eine tolle Entwicklung. Man kann jetzt schon auf den nächsten Schritt in dieser Richtung gespannt sein. Es gibt noch so viel Potenzial.

Thema: Sehenswertes | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon