Hat es “Bing” gemacht?
Montag, 22. Juni 2009 12:40
Schaut man sich die Marktverteilung im Suchmaschinensektor an blickt einem ja seit Jahren das vertraute Bild entgegen. Google ist auf Platz 1, danach kommt lange nichts. Danach kommt immer noch nichts, dann kommt Yahoo und dann schlagen sich die Wettbewerber um die Zehntel-Prozentwerte. Auch ich trage momentan meinen Teil zur Marktposition von Google bei, da es die Suchmaschine meiner Wahl ist.
Nachdem die nun vierte Generation des Microsoft Suchdienstes, der nun „Bing“ heißt, an den Start gegangen ist und für Aufsehen gesorgt hat habe ich mich zu einem ausgiebigen Test entschlossen. Nach zehn Tagen und unzähligen Suchanfragen kann ich eine Bilanz ziehen.
Gesamturteil: bei mir hat es hat nicht „Bing“ gemacht. Die Versprechungen die der Spot (siehe unten) weckt sind bei mir nicht eingelöst worden.
Es gibt zwar eine Menge positiver Aspekte bei Bing, wie:
- Bing liefert über weite Strecken brauchbare Ergebnisse.
- Oft keine sieben- oder gar achtstelligen Ergebnislisten, sondern eine kleine aber feine Auswahl
- Gute Funktionen zur weiteren Verarbeitung der Suchanfrage
- Auch indirekte Zusammenhänge werden angeboten (Bilder, die zu einem Text von einem bestimmten Autor gehören)
- Bei der Videosuche werden auch andere Videoplattformen angeboten (Stichwort Neutralität)
- Bildoptionen zur schnellen Verfeinerung der Suche
All diese Punkte verlieren für mich allerdings ihre Relevanz wenn es um die Ergebnisqualität geht. Hier liegt die für mich gravierendste Schwäche von Bing. Ein Abgleich mit Google offenbart leider manchmal krasse Lücken in den Ergebnissen. Dies soll nicht heißen, dass Google die Messlatte für alles ist – das wäre mehr als naiv. Nur hat meine Erfahrung gezeigt, dass die mit Google recherchierten Quellen zum überwiegenden Teil vollständig und umfassend sind.
Darüber hinaus fördert die Aufmachung mit der großflächigen täglich wechselnden Abbildung den Eindruck, dass damit eher „Gelegenheitssucher“ angesprochen werden sollen. Wo aber bleiben die Leute, die auf diesen Schnick-Schnack keinen Wert legen und nur die nüchternen Ergebnisse sehen wollen? Microsoft sperrt so die Intensivnutzer aus bzw. schreckt diese ab.
Etwas relativierend für die negative Kritik könnte man den aktuellen Beta-Status der Seite sehen. Durch die begleitende mediale Inszenierung und die dadurch geweckten Erwartungen werde ich das Gefühl aber nicht mehr los, dass man hier mit den Versprechungen einfach über das Ziel hinaus geschossen ist. Nichts desto Trotz ist Bing die bisher gelungenste Alternative zu Google möchte ich behaupten.
Thema: Angetestet | Kommentare deaktiviert | Autor: Simon
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