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Twitter ist die bessere SMS – Angela Merkel und das Social Web

Sonntag, 14. November 2010 12:58

Bereits vor Jahren (2004) gab Angela Merkel ihre Vorliebe für SMS zum Besten. Sogar im Bundestag soll sie des öfteren SMS verschicken. Es wird auch hin und wieder berichtet, dass sie große Freude daran habe per SMS aktuelle Nachrichten direkt aus den Tagungen zu schicken. Aber wie sieht es mit den wirklich neuen Medien aus? Tippen wir doch mal kurz in die Personensuche bei Twitter “Angela Merkel” ein. 20 Accounts behaupten dort die Bundeskanzlerin zu sein (Stand 14.11.2010). Warum gerade Twitter als Beispiel?

Bezüglich der aktuellen Entwicklungen beim Projekt Stuttgart21 und der beschlossenen Energiepolitik (Atomkraft bis 2050) wollte ich in zynischer Manier Angela Merkel in einem Tweet verlinken – dies war aber gar nicht möglich, da es keinen offiziellen Account gibt. Fake-Accounts gibt es dagegen reichlich, wie die Suche zeigt. Manche von ihnen mit reichlich derbem Inhalt und sogar recht geschmacklos. Twitter… naja, werden jetzt einige denken. So wichtig ist das nun auch wieder nicht. Man weis bis heute im Details nicht recht was dieses relativ neue Sprachrohr eigentlich darstellt. Auch ich möchte das nicht überbewerten. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Twitter durch mehrere Millionen User eine große Reichweite besitzt und es von vielen medienaffinen Menschen genutzt wird, die die kurze und schnelle Informationsweise adaptiert haben. Kurze Infohäppchen für zwischendurch. Vertiefen nur bei Bedarf. Gerade diese Leute sind potentielle Multiplikatoren für News. Informationen werden aufgegriffen und weiterverbreitet – positive wie negative.

Aber was ist mit Facebook? 56.000 “Freunde” können doch nicht verschwiegen werden. Richtig und falsch. Angela Merkel hat ein Facebook Profil und postet dort auch regelmäßig Infos – Richtig. Schaut man aber in die Kommentare der News, finden sich regelmäßig Kritikkommentare die unkommentiert bleiben. Das Konto ist also nicht redaktionell betreut, schon gar nicht persönlich. Außerdem ist jede Interaktion untersagt/ abgeschaltet. Für mich reduziert sich das Profil also auf “bei Facebook um bei Facebook zu sein”. Es wird nicht die Mechanik des Mediums aufgegriffen sondern nur Aufmerksamkeit geheuchelt - Falsch.

Kurze Zeitreise: Wer kennt noch den Remix-Generator für die 2009er Plakate der CDU? (Best-of-Gallerie: hier) Der war ja zu gegebener Zeit “der letzte Schrei”. Dafür, dass man dort so vehement mit dem Anwalt drohte, lässt man beim Beispiel Twitter reichlich Leine. Ich würde gerne wissen, wie viele Leute nicht wahrnehmen, dass hier nicht die “echte” Angela Merkel twittert. Dem Anschein nach sind es Leute, die sich die Bekanntheit zu Nutze machen um andere im Namen von Angela Merkel mehr oder weniger zu amüsieren (siehe geschmacklose Posts). Darüber hinaus: Bei den Plakaten war es noch ein sehr kontrolliertes und konzentriertes Umfeld, indem die Auseinandersetzung ablief. Bei Twitter hingegen ist das Publikum wesentlich unkontrollierter und diffuser. Nun gut, die sog. Medienexperten und Berater werden schon wissen was richtig ist.

In einem spannenden Artikel in der ZEIT wird die zunehmende Entfremdung von Gesellschaft und Politik angesprochen. Vertrauendverlust und Spaß am Protest (weil die Möglichkeiten vorhanden sind) sind weitere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Ob das mit der bisherigen Vorgehensweise noch gelingt? Wo Millionen in Wahlkampagnen fließen wären doch gerade diese quasi-Gratis Medien viel interessanter. Selbst wenn auch nur als Ergänzung. Dort ist die Zielgruppe die es gilt abzuholen und sich einzuklinken. Doch dies erfordert natürlich auch Mut und die Aufgabe von Kontrolle.

Thema: Gedanken | Kommentare (1) | Autor: Simon

StudiVZ, Buschfunk und die Twitter-API – aktuell keine guten Freunde

Donnerstag, 18. März 2010 14:58

Bin ich der einzige der Twitter nutzt, seinen Account gerne mit dem Buschfunk synchronisiert haben will und merkt das da etwas nicht stimmt? Mir scheint es ehrlich gesagt so, denn Google spuckt auf mein Problem als brauchbares Ergebnis nur meinen eigenen Hilferuf im Entwicklerblog aus.

Ich bin nicht mehr, trotz verbundener Accounts, in der Lage in den Buschfunk von Twitter aus zu posten. Eine Lösung habe ich bisher nicht gefunden. Da das nicht so bleiben soll gieße ich die Thematik nun mal in einen kurzen Blogbeitrag der hoffentlich etwas Licht ins Dunkel bringt und von Suchmaschinen etwas besser gefunden wird.

Es heißt dort offiziell:

der Fehler hat nichts mit dem Release zu tun, es gibt allerdings derzeit ein Problem mit der Anbindung an die Twitter API. Wir sind da dran.

Aktuell heißt es also “Copy & paste” von Twitter aus oder direkt aus dem Buschfunk posten.

Update (24.03.2010): Es geht bei mir seit gestern Abend wieder.

Update (30.03.2010): Rückmeldung vom Support erhalten. Das Problem soll weiterhin bestehen und man solle sich bitte noch etwas gedulden. Komischerweise kann ich bereits die Funktion wieder nutzen, siehe Update vom 24.03.

Thema: Tutorials | Kommentare (2) | Autor: Simon

Spam – Die dumme Art zu nerven, von Twitter

Freitag, 13. November 2009 14:21

091113-Twitter_spam

Es gab mal eine Hochzeit in der ich eine dreistellige Anzahl an Spam-Mails pro Tag erhalten habe. Diese Zeit ist glücklicherweise vorbei. Nach aktuellen Zahlen von Bitkom scheinen aber immer noch mehr als 90% des Mailverkehrs aus Spam zu bestehen. Ich scheine da also eine Ausnahme zu sein, denn mein Verhältnis von Spam zu echten Mails liegt aktuell bei nur ca. 20%. Und das obwohl meine E-Mail-Adresse frei im Web zu finden ist.

Jetzt gibt es da ja so eine tolle Erfindung wie Twitter. Dort bekommt man mehr oder weniger “persönlich” Inhalte empfohlen von Personen denen man folgt (Following). Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger Benachrichtigungen von Twitter, dass Person XY mir nun folgt. Schaue ich nur kurz auf die Details dann weis ich das das nicht ernst gemeint sein kann (siehe Bild oben).

“Klassischen” Spam erhalte ich wie bereits erwähnt nur noch sehr wenig. Nur was ist eigentlich Spam? Für mich ist das eine E-Mail die keine Bedeutung für mich hat und deren Inhalt ich ohne gefragt zu werden zugestellt bekomme. Das Interesse beim Rezipienten ist gleich Null und sie wandert nach spätestens einer Sekunde in den Papierkorb. So auch bei den Auszügen aus den Twitter-Benachrichtigungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es kaum möglich ist mehr als 50 Personen/ Institutionen bei Twitter wirklich aufmerksam zu folgen und den geposteten Links auch wirklich nachzugehen. Es sei denn man hat dies als Hauptbeschäftigung auserkoren. Wie man aber an den Screenshots oben sehen kann werden vermutlich einfach nur Tags von Bots gefiltert und dann der User hinter dem Tweet als “Following” hinzugefügt. Gefestigt hat sich diese Vermutung nach folgenden Tweet:

091113-Twitter_hashtag

Unmittelbar danach habe ich vier solcher E-Mails im Posteingang gehabt. Ich denke einmal aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt sehr aktuellen Themas und dann aber auch wegen des Hashtags #Apple.

Meiner ständig schwankenden Anzahl an Personen die mir bei Twitter folgen entnehme ich außerdem, dass dies wohl noch einigen anderen Leuten so geht und diese Personen melden. Ich habe mich lange gegen Twitter aus mehreren Gründen verweigert, habe es dann aber doch als wertvolle Informationsquelle für die Recherche entdeckt. Das Thema Spam war mir aber von Anfang an negativ aufgefallen.

Diese penetrante Art andere Leute auf sich aufmerksam zu machen halte ich für äußerst dumm. Twitter ist ein hochpersönliches Medium. Die Effektivität basiert fast vollständig auf dem gezielten Auswählen von Leuten die für einen selbst etwas relevantes zu sagen haben (So nutze ich jedenfalls Twitter). Auf die Weise wie es bei Twitter aber immer mehr zur Marotte wird sind wir wieder beim Spamniveau von vor 10 Jahren angekommen. Man wird zugeballert mit Informationen die man nicht haben will und ist nur noch genervt. Glücklicherweise kann man die Benachrichtigungen über neue Floower ja abstellen. Mir geht es aber mehr um die Art auf sich aufmerksam zu machen.

Klar müssen auch die Spammer (hört sich ja fast schon an wie ein Beruf) mit der Zeit gehen und sich neue Wege suchen ihren Müll an die Leute heranzutragen. Nur vielleicht sollten sie da nochmal etwas besser überlegen ob das wirklich der richtige Weg ist. Vierstellige Following-Zahlen halte ich selbst für sehr unglaubwürdig und sind für mich immer ein klares Anzeichen dafür, dass die betreffende Person (ich rede nicht von News-Aggregatoren! – z.B. für den Raum Köln) entweder nur aus “Nettigkeit” mir auch folgt oder es pures heischen nach Aufmerksamkeit ist.

Achja, Spam in sozialen Netzwerken ist genauso ineffektiv…

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Maytag – Masterplan zum Kunden verlieren

Mittwoch, 2. September 2009 10:50

Auf Werbeblogger war Vorgestern eine äußerst interessante Zusammenfassung von der Interaktion von Kundenservice und Kunde bei der Firma Maytag zu lesen. Alle Details möchte ich an dieser Stelle nicht nochmal wiederholen, ich kann nur so viel sagen: Die Lektüre aller dort beschriebenen Geschehnisse lohnt sich!

Leider ist der Kundenservice an den falschen verärgerten Verbraucher geraten. Dies war nämlich Heather Armstrong -- und die unterhält aktuell (02.09.2009) alleine 1,168 Mio. Follower bei Twitter und schreibt ein viel gelesenes Blog. Ihre Erlebnisse mit dem Unternehmen und dessen Kulanzbereitschaft formulierte sie sehr ausführlich und eindeutig bei Twitter und in einem Artikel.

Was soll man dazu noch mehr sagen? Der Vorfall reiht sich wunderbar in diverse Vorfälle ein, die über das Internet zu nie da gewesener Aufmerksamkeit gelangten. An dieser Stelle sei als Beispiel nur der liebevoll inszenierte Parodiesong für United Airlines erwähnt der mittlerweile 5,3 Mio. Views hat und aus einem beschädigten Gepäckstück entstanden ist das das Unternehmen nicht ersetzen wollte.

Gar nicht oft genug kann man betonen, dass mit dem heutigen Stand der Technik solch ein Verhalten gnadenlos “bestraft” werden kann und auch immer häufiger wird. Die Betroffenen verschaffen sich Luft über ihren Unmut. Im besten Fall lesen es nur eine Handvoll Leute, meistens aber wohl eher mehr. Gerade solche direkten Ansprachen wie z.B. “DO NOT BUY MAYTAG” haben bei den Sympathisanten ein Vielfaches an Wirkung auf die Meinungsbildung als eine Werbebotschaft. Sie identifizieren sich ja schließlich freiwillig mit der betreffenden Person und gewichten deren Aussagen völlig anders.

Auf der anderen Seite steht in dieser Angelegenheit Bosch. Denn die haben die Zeichen erkannt und prompt Bereitschaft signalisiert ein neues Gerät zu stellen. Am Ende des Tages konnten sie so noch eine Menge Gratis-PR einfahren. Die Maschine wurde auf Wunsch von Heather Armstrong gespendet und sie kommentierte das alles sehr ausführlich auf Twitter und erwähnte Bosch dabei mehrfach.

Schade das so viele Unternehmen eine solch geringe Medienkompetenz für den digitalen Bereich mitbringen.

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Twitter – ein kurzer Statusbericht

Freitag, 14. August 2009 11:56

Im Rahmen meiner Bachelorthesis beschäftige ich mich momentan intensiv mit der Materie “digitale Kommunikationsstategien”. Twitter ist daher bei mir keine Unbekannte. Bisher sah ich jedoch keinen direkten Anlass für einen Twitter-Account.

Diese Meinung habe ich, unter anderem wegen neuen Erkenntnissen aus der Recherche, mitlerweile geändert. Ich möchte kurz schildern, was mir an Twitter bisher ausgefallen ist – positiv wie negativ. Natürlich sollen meine nachfolgenden Aspekte keinerlei “Vorschriften” darstellen, wie es sich meiner Meinung nach gehört Twitter zu benutzen. Vielmehr soll es eine Art Empfehlung darstellen wie man in meinen Augen einen wirklichen Nutzen aus diesem Dienst ziehen kann.

Positiv

  • Viele Institutionen aus dem Bereich “digitale Kommunikation” sind bei Twitter.
  • Man erhält Infos die man nicht per RSS erhalten würde, da sie zu knapp für einen Blogartikel sind.
  • Dort kursieren anderen Formen von Nachrichten, eher Hinweise & Empfehlungen (logische Folge da nur 140 Zeichen) – auf den Punkt. Meist ein Satz mit Link.
  • Schnelligkeit – News sind ohne Verzögerung im Umlauf.
  • Kumpelartiger Umgang trotz fremder Leute. Offen für Nachfragen.
  • Sehr geprägt durch persönliche Empfehlung. Eine Person steht direkt hinter einer Aussage und wird damit in Verbindung gebracht.
  • Mit entsprechender (Desktop-)Applikation muss man nach einem Großteil der informationen nicht mehr aktiv suchen sondern erhält sie z.B. integriert beim browsen. (Kein Wechsel zu RSS z.B.)

Negativ

  • Viel Spam, fragwürdige Follower.
  • Man schreibt voneinander ab, viele doppelte Infos.
  • Viele Accounts haben keine echte Daseinsberechtigung, da sie nur das weiterleiten was der andere schon verbreitet.
  • “Mißbrauch” als öffenlicher Chat.

Entsprechend dieser Punkte ist bei mir die Nutzung dieses Dienstes geprägt. Ich sehe es als Erweiterung für einen Blogartikel und meinen RSS-Reader. Wo ein Artikel zu sperrig wäre, kommt Twitter zum Einsatz. Dabei versuche ich die oben genannten Punkte zu berücksichtigen. Am wichtigsten erscheint mir hierbei der Faktor “wirklich neuer Input”. Nur in Ausnahmefällen, wenn es wirklich absolut interessant ist, leite ich Infos weiter. Vielmehr versuche ich meine Eindrücke zu fixieren und anderen zugänglich zu machen.

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Gewalt im Iran & die freie Meinung

Mittwoch, 24. Juni 2009 12:21

Nach der umstrittenen Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad im Iran halten die Proteste gegen die Regierung an. Unter Lebensgefahr leisten die Gegner immer noch erbitterten Widerstand gegen das umstrittene Wahlergebnis.

Ich möchte dies zum Anlasse nehmen um in diesem Zusammenhang über die zunehmende Verschmelzung, Atomisierung und ständige Verfügbarkeit der Medien zu schreiben. Bitkom nennt es z.B. die „Metatrends“ (Achtung, PDF). Wie das aktuelle und leider auch erschreckende Beispiel zeigt lassen sich die Nutzer von Medien nicht mehr wirkungsvoll bevormunden und lenken. Vielfach wurde bereits im Bezug auf Entertainment darüber gesprochen. Im Iran kann man dieses Phänomen und die Auswirkungen nun aber im Ernstfall beobachten.

Mit aller Gewalt versucht die iranische Regierung Meldungen über die eskalierte Lage zu unterdrücken – ohne Erfolg. Mehrfach wurde bereits über Twitter als Medium der Wahl für die Protestbewegung berichtet, da u.a. Handynetze gestört werden um die Kommunikation zu erschweren.

Immer mehr Nachrichten dringen nach außen und die Welt erhält einen multimedialen Einblick in die Lage vor Ort. Die entsprechenden Plattformen wie Facebook (jetzt auch auf persisch), Googles Sprachtools (auch auf persisch) oder Youtube (mit Citizentube) leisten ihren ganz eigenen Beitrag zur Verwässerung der Autorität des Staates. Noch vor zehn Jahren wäre ein solch großes Publikum für einen einfachen Bürger undenkbar. Jetzt in der Krise profitieren sie davon und können sich immenses Gehör verschaffen. Die Zugriffszahlen auf die Videos bestätigen das riesige öffentliche Interesse indes nur.

Dies zeigt sehr anschaulich wie dicht und vielfältig das Netz aus den verschiedensten Medienkanälen bereits ist. Es ist nicht mehr möglich den Drang zu unterdrücken sich mitzuteilen und eine ungefilterte Botschaft zu versenden. Selbst wenn eine Möglichkeit unterbunden würde stünden eine Vielzahl weiterer Kanäle bereit oder werden selbst geschaffen.

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